Schwangere und Stillende

Auf dieser Seite erfahren Sie, warum Schwangere und Stillende zu den Reisenden mit besonderen Gesundheitsanforderungen zählen und welche Faktoren bei der Planung berücksichtigt werden können. Sie erhalten einen kompakten Überblick über mögliche Risiken, sinnvolle Vorsorgemaßnahmen sowie Empfehlungen für Impfungen und ärztliche Beratung

Warum gelten Schwangere und Stillende als Risikogruppe?

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper in vielen Bereichen. Das Immunsystem kann in dieser Zeit anders reagieren und einzelne Infektionen können für Mutter und ungeborenes Kind eine höhere Bedeutung haben. In der Stillzeit steht zusätzlich der Säugling im Mittelpunkt, dessen Immunsystem sich erst nach und nach entwickelt und daher auf bestimmte Infektionen empfindlich reagieren kann.

• der Körper arbeitet für Mutter und Kind gleichzeitig
• einzelne Infektionen können einen komplizierteren Verlauf nehmen
• einige Medikamente und Impfstoffe benötigen eine sorgfältige fachliche Prüfung
• bei Stillenden muss der Schutz des Säuglings immer mitberücksichtigt werden

Relevante Gesundheitsrisiken

Reisen können für Schwangere und Stillende besondere Anforderungen mit sich bringen, da der Körper in dieser Phase sensibler auf Belastungen reagieren kann. Längere Sitzzeiten, ungewohnte Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit oder große Höhenlagen können Kreislauf und Atmung stärker beanspruchen als gewohnt. Auch Unterschiede in Trinkwasserqualität und Lebensmittelhygiene können zu Magen Darm Beschwerden führen, was in der Schwangerschaft als besonders belastend empfunden wird.

In einigen Regionen kommen Infektionserreger vor, die für Schwangere ein erhöhtes Risiko darstellen könnten, etwa Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden. Bei Infektionen wie Malaria oder Zika Virus wurden in der Vergangenheit mögliche Komplikationen für Mutter und ungeborenes Kind beschrieben, weshalb eine sorgfältige Abwägung und Beratung sinnvoll ist. Für Stillende kann die körperliche Belastbarkeit zwar höher sein als in späten Schwangerschaftswochen, dennoch spielt der Schutz des Säuglings mit seinem noch nicht vollständig entwickelten Immunsystem eine wichtige Rolle.

• längere Flüge und Sitzzeiten können Kreislauf und Venen stärker beanspruchen
• Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit oder große Höhen können zu zusätzlicher körperlicher Belastung führen
• ungewohnte Lebensmittel und Wasserqualität können das Risiko für Magen Darm Infektionen erhöhen
• Regionen mit Malaria, Dengue oder Zika Virus können für Schwangere besonders kritisch sein
• Stillende sollten bedenken, dass der Säugling bei Krankheitssymptomen zeitnah ärztliche Betreuung benötigen kann

Wichtige Vorsorgemaßnahmen

Eine gute Vorbereitung kann dazu beitragen, Risiken zu reduzieren. Dazu gehören sorgfältige hygienische Maßnahmen, sichere Ess- und Trinkgewohnheiten, Schutz vor Insekten und eine realistische Reiseplanung mit ausreichend Erholungsphasen.

• Hygiene und Wasser
Händewaschen bzw. Händedesinfektion sowie die Nutzung von abgefülltem oder abgekochtem Wasser kann dabei helfen, Infektionen zu vermeiden.

• Lebensmittel
Gut durchgegarte Speisen und selbst geschältes Obst werden häufig empfohlen. Rohe oder nicht erhitzte tierische Produkte, Eiswürfel und Speisen aus unsicheren Quellen gelten eher als ungünstig.

• Schutz vor Insekten
Lange leichte Kleidung, Moskitonetze und geeignete Insektenschutzmittel können dabei unterstützen, Stiche zu vermeiden. Je nach Wirkstoff ist eine vorherige fachliche Beratung ratsam.

• Reiseapotheke
Die Auswahl von Medikamenten sollte immer individuell abgestimmt werden, da nicht alle Mittel in Schwangerschaft oder Stillzeit geeignet sind.

• Tagesablauf unterwegs
Regelmäßige Pausen, ausreichendes Trinken und das Vermeiden von Überanstrengung können den Körper entlasten.

Empfohlene Impfungen

Ein aktueller Impfschutz kann in Schwangerschaft und Stillzeit hilfreich sein, um bestimmte Infektionen und mögliche Komplikationen zu verringern. Nach aktuellen Empfehlungen gelten insbesondere die Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten und Corona Infektion als relevant. Diese Impfstoffe sind sogenannte Totimpfstoffe, die für Schwangere in festgelegten Zeiträumen empfohlen werden.

Lebendimpfstoffe werden in der Schwangerschaft in der Regel nicht eingesetzt. Einige Reiseimpfungen können je nach individueller Situation dennoch infrage kommen und sollten immer medizinisch geprüft werden. Stillende können viele Impfungen erhalten, wobei auch hier eine fachliche Beratung sinnvoll ist, um individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen.

Ärztliche Beratung und Planung

Eine frühzeitige ärztliche Beratung bietet Orientierung und ermöglicht es, Risiken einzuschätzen und eine Reise entsprechend anzupassen. Dabei werden Schwangerschaftswoche, allgemeiner Gesundheitszustand, aktuelle Medikamente, mögliche Vorerkrankungen und das Reiseziel gemeinsam betrachtet.

Viele Fachpersonen sehen das zweite Drittel der Schwangerschaft häufig als eine eher günstige Reisezeit, da frühe Beschwerden oft nachlassen und das zunehmende Gewicht noch weniger belastend ist. Dennoch bleibt die Entscheidung immer individuell und sollte von der betreuenden Praxis begleitet werden. Für Stillende kann es hilfreich sein, Pausen und stillfreundliche Umgebungen einzuplanen.

• Beratung möglichst einige Wochen vor Reisebeginn vereinbaren
• Impfpass, Mutterpass und Medikamentenliste mitbringen
• geplante Aktivitäten und Strecken offen besprechen
• bei Reisezielen mit erhöhtem Infektionsrisiko zusätzlich eine reisemedizinische Beratung nutzen
• Auslandskrankenversicherung und erreichbare medizinische Versorgung vor Abreise klären

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Empfehlenswert können je nach Situation insbesondere Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten und Corona Infektionen sein. Welche Impfungen im Einzelfall geeignet sind, entscheidet die ärztliche Beratung.

Empfehlenswert können je nach Situation insbesondere Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten und Corona Infektionen sein. Welche Impfungen im Einzelfall geeignet sind, entscheidet die ärztliche Beratung.

Da diese Infektionen in der Schwangerschaft mit erhöhten Risiken verbunden sein können, wird häufig zu einer besonders sorgfältigen Abwägung geraten. In vielen Fällen wird eher empfohlen, solche Ziele zu vermeiden.

Nur Medikamente, die für Schwangerschaft oder Stillzeit geeignet sind. Die Auswahl sollte immer ärztlich oder durch eine Apotheke abgestimmt werden.

Ausreichend trinken, häufige Pausen einlegen, Überanstrengung vermeiden und bei deutlichen Beschwerden frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen.