Tuberkulose-Impfung

Tuberkulose kommt weltweit vor. Wer länger in einem Land mit hoher Erkrankungsrate lebt oder arbeitet, sollte sich frühzeitig über das persönliche Ansteckungsrisiko informieren. Besonders relevant sind enge Kontakte in Innenräumen, medizinische Tätigkeiten und die Lebensbedingungen vor Ort.

Anders als bei vielen anderen Reiseerkrankungen steht bei Tuberkulose keine empfohlene Reiseimpfung zur Verfügung: Die STIKO empfiehlt die sogenannte BCG-Impfung in Deutschland auch für Reisende nicht. Im Mittelpunkt stehen deshalb eine persönliche Beratung, geeignete Schutzmaßnahmen und die frühzeitige Abklärung einer möglichen Infektion.

Wer sollte sich zu Tuberkulose beraten lassen?

Für die meisten klassischen Urlaubsreisen ist Tuberkulose kein vorrangiges Gesundheitsrisiko. Eine individuelle Einschätzung ist vor allem sinnvoll für:

  • Personen, die längere Zeit in Ländern mit hoher Tuberkulosebelastung leben oder arbeiten,

  • Beschäftigte im Gesundheitswesen mit möglichem Kontakt zu Tuberkulosekranken,

  • Reisende, die unter beengten Bedingungen mit vielen Menschen zusammenleben,

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem,

  • Personen, die engen Kontakt zu einem Menschen mit ansteckender Tuberkulose hatten.

Entscheidend ist die konkrete Situation. Ein Hotelurlaub bringt andere Risiken mit sich als ein mehrmonatiger Einsatz in einer Klinik. Auch Vorerkrankungen und Medikamente können beeinflussen, welche Vorsorge sinnvoll ist.

Wann und wie oft wird die Tuberkulose-Impfung gegeben?

In Ländern, die die BCG-Impfung regulär einsetzen, wird sie üblicherweise einmal im Säuglingsalter verabreicht. Ihr wichtigster Nutzen ist der Schutz kleiner Kinder vor schweren Tuberkuloseformen.

Für Deutschland gibt es kein empfohlenes Impfschema gegen Tuberkulose. Die STIKO empfiehlt die BCG-Impfung seit 1998 nicht mehr. Das gilt für Kinder, Erwachsene und Reisende. Ein BCG-Impfstoff ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen.

Impfstoff-Serie

1 Dosis

Schutzdauer

10-15 Jahre

Risikobereiche

Süd- und Südostasien sowie Afrika südlich der Sahara

Warum wird die Tuberkulose-Impfung in Deutschland nicht empfohlen?

Die BCG-Impfung schützt nur begrenzt und unterschiedlich zuverlässig, insbesondere gegen die häufige Lungentuberkulose. Zusammen mit dem vergleichsweise niedrigen Infektionsrisiko in Deutschland und möglichen Impfkomplikationen ergibt sich daraus keine allgemeine Impfempfehlung.

In Ländern mit hoher Tuberkulosebelastung fällt die Bewertung für Säuglinge anders aus. Dort wird die Impfung eingesetzt, um schwere Erkrankungen im frühen Kindesalter zu verhindern.

Kann man trotz der Tuberkulose-Impfung erkranken?

Ja. Eine frühere BCG-Impfung verhindert weder eine Infektion noch eine spätere Tuberkulose zuverlässig. Sie bietet insbesondere Erwachsenen keinen verlässlichen Schutz vor einer Lungentuberkulose.

Wenn Sie früher gegen Tuberkulose geimpft wurden, sollten Sie mögliche Beschwerden deshalb ebenso ernst nehmen wie ungeimpfte Personen. Auch nach engem Kontakt zu einem ansteckenden Menschen kann eine Untersuchung erforderlich sein.

Tuberkulose-Impfung in der Schwangerschaft

Die BCG-Impfung ist ein Lebendimpfstoff und soll während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Unabhängig davon besteht in Deutschland keine STIKO-Empfehlung für diese Impfung.

Wenn Sie schwanger sind und Kontakt zu einer Person mit ansteckender Tuberkulose hatten, sollte dies zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Die notwendigen Untersuchungen werden an Ihre Situation angepasst. Warten Sie nach einem bekannten engen Kontakt nicht erst auf Beschwerden.

Besprechen Sie geplante Reisen und mögliche Infektionsrisiken frühzeitig. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite für Schwangere und Stillende.

Was ist der Unterschied zwischen latenter und aktiver Tuberkulose?

Eine Infektion mit Tuberkulosebakterien führt nicht automatisch zu einer Erkrankung. Ärztlich werden zwei Situationen unterschieden:

Latente tuberkulöse Infektion: Das Immunsystem hält die Infektion unter Kontrolle. Betroffene haben keine Beschwerden und sind nicht ansteckend. Unter bestimmten Umständen kann später eine Erkrankung entstehen.

Aktive Tuberkulose: Die Bakterien verursachen eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Meist ist die Lunge betroffen, gelegentlich auch andere Organe. Ansteckend ist vor allem die offene Lungentuberkulose.

Eine latente Infektion kann beispielsweise vor einer immunschwächenden Behandlung relevant werden. Ob eine vorbeugende Therapie sinnvoll ist, wird individuell entschieden.

Wie steckt man sich mit Tuberkulose an?

Tuberkulose wird überwiegend über die Luft übertragen. Menschen mit offener Lungentuberkulose können beim Husten bakterienhaltige Aerosole freisetzen. Andere Personen können diese einatmen.

Eine Ansteckung wird wahrscheinlicher, wenn Menschen über längere Zeit oder wiederholt dieselbe Raumluft teilen. Besonders ungünstig sind schlecht belüftete Innenräume. Eine kurze Begegnung im Freien ist dagegen meist mit einem geringen Risiko verbunden.

Tuberkulose ist nicht so leicht übertragbar wie viele typische Atemwegsinfektionen. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, hängt von der Ansteckungsfähigkeit der erkrankten Person, der Kontaktdauer und der eigenen Immunabwehr ab.

So funktioniert ein Termin bei Vaxio

Sie planen einen längeren Auslandsaufenthalt und möchten wissen, welche Vorsorge sinnvoll ist? Bei der Beratung kommt es auf Ihre konkrete Reise und Ihre gesundheitliche Situation an.

So läuft es ab:

  1. Online Termin buchen: In wenigen Minuten erledigt, auch abends und am Wochenende verfügbar
  2. Digitalen Fragebogen ausfüllen: Zu Hause in Ihrem eigenen Tempo, zu Reiseziel und medizinischer
  3. Vorgeschichte Persönliche Beurteilung durch einen reisemedizinischen Arzt: Ihre Unterlagen werden geprüft und ein individueller Impfplan erstellt, vor Ihrem Termin
  4. Kurze, effiziente Termine: Alles ist vorbereitet, keine Formulare vor Ort
  5. GOÄ-konforme Rechnung: Direkt bereit zur Einreichung bei Ihrer Krankenkasse

Jetzt zur Reisevorsorge beraten lassen

Ob längerer Arbeitsaufenthalt, Familienbesuch oder medizinischer Einsatz: Eine gute Vorbereitung beginnt mit der Einschätzung Ihrer persönlichen Risiken. Lassen Sie sich vor Ihrer Reise zu geeigneten Schutzmaßnahmen und empfohlenen Reiseimpfungen beraten.

Häufig gestellte Fragen zur Tuberkulose-Impfung

Haben Sie noch Fragen zu den Impfungen bei Vaxio? Dann werfen Sie einen Blick auf die häufig gestellten Fragen unten!

Die Schutzwirkung der BCG-Impfung ist begrenzt und fällt je nach Alter und Krankheitsform unterschiedlich aus. Wegen des niedrigen Infektionsrisikos in Deutschland und möglicher Impfkomplikationen empfiehlt die STIKO die Impfung seit 1998 nicht mehr.

Eine regelmäßige Auffrischung wird in Deutschland nicht empfohlen. Auch eine frühere BCG-Impfung ersetzt nach einem relevanten Kontakt keine ärztliche Risikoeinschätzung.

Ja. Die BCG-Impfung schützt nicht zuverlässig vor einer Infektion oder Lungentuberkulose. Bei Beschwerden oder engem Kontakt zu einer ansteckenden Person ist deshalb auch nach früherer Impfung eine Untersuchung sinnvoll.

Die BCG-Impfung ist ein Lebendimpfstoff und soll in der Schwangerschaft nicht gegeben werden. Nach einem möglichen Tuberkulosekontakt sollten Schwangere zeitnah ärztlichen Rat einholen.

Das hängt vom Befinden und der Reaktion an der Impfstelle ab. Die Stelle sollte vor Reibung und Verletzungen geschützt werden. Falls Sie im Ausland eine BCG-Impfung erhalten, beachten Sie die Hinweise der impfenden Einrichtung.

Bei ansteckender Tuberkulose darf das Kind die Einrichtung zunächst nicht besuchen. Die Rückkehr wird mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und dem Gesundheitsamt abgestimmt. Eine pauschale Frist wie „24 Stunden fieberfrei“ reicht bei Tuberkulose nicht aus.

Da die BCG-Impfung in Deutschland nicht empfohlen wird und hier derzeit kein entsprechender Impfstoff zugelassen ist, lässt sich dafür kein regulärer Impfpreis nennen. Informationen zu Beratungsleistungen und aktuellen Preisen finden Sie auf der Preisseite. Fragen Sie Ihre Krankenkasse vorab, ob sie die Kosten einer reisemedizinischen Beratung erstattet.