Schistosomiasis (Bilharziose)

Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Informationen über Bilharziose Schistosomiasis und den Schutz auf Reisen. Bilharziose ist eine parasitäre Erkrankung die durch Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser entsteht und vor allem Darm Harnwege und Leber betreffen kann. Sie ist in vielen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet und wird häufig von Reisenden nach Süßwasserbädern in Flüssen oder Seen aus Afrika Asien und Südamerika mitgebracht.

Was ist Schistosomiasis?

Bilharziose auch Schistosomiasis genannt ist eine durch Würmer verursachte Infektionskrankheit. Die Erreger sind Parasiten der Gattung Schistosoma die im Blutgefäßsystem des Menschen leben. Je nach Art befallen sie vor allem die Blutgefäße des Darms oder der Harnwege.

Die Eier der Parasiten lösen Entzündungsreaktionen im Gewebe aus. Dadurch können mit der Zeit Narbenbildungen Blutungen und Funktionsstörungen von Organen entstehen. Die Erkrankung kann zunächst unauffällig beginnen und sich erst nach Monaten oder Jahren durch Beschwerden bemerkbar machen. Ohne Behandlung drohen langfristig schwere Komplikationen wie Leberschäden oder Blasenerkrankungen.

Vorkommen

Bilharziose ist in vielen tropischen und subtropischen Regionen endemisch. Besonders häufig kommt sie in Ländern südlich der Sahara vor außerdem in Teilen der arabischen Halbinsel Asiens sowie in einigen Regionen Südamerikas und der Karibik. Reisende können sich vor allem bei Aufenthalten an Seen Flüssen und Bewässerungskanälen infizieren wenn sie dort baden oder waten.

Erhöhte Risikosituationen sind:

Süßwasserbäder in Seen oder Flüssen in Afrika zum Beispiel am Nil in Ägypten oder an Seen in Senegal Ghana oder Tansania

Schwimmen oder Waten in Bewässerungskanälen Reissäcken oder Flüssen in Brasilien anderen Teilen Südamerikas oder auf Karibikinseln mit bekannter Bilharziose

Süßwasserkontakt in ländlichen Regionen in China auf den Philippinen oder in anderen Teilen Ost und Südostasiens

längere Aufenthalte mit häufigem Kontakt zu natürlichem Süßwasser zum Beispiel bei Freiwilligendiensten Bauprojekten oder landwirtschaftlicher Arbeit

barfüßiges Waten oder Spielen von Kindern in Flüssen Seen oder Kanälen in Endemiegebieten

Impfstoff-Serie

nicht verfügbar

Schutz

Lebensmittel-und Trinkwasserhygiene

Risikobereiche

Senegal Ghana Ägypten Brasilien China Philippinen

Übertragung

Die Erreger der Bilharziose haben einen Entwicklungszyklus der Mensch und Süßwasserschnecken einschließt. Mit dem Stuhl oder Urin infizierter Personen gelangen Eier in Gewässer. Aus ihnen schlüpfen Larven die bestimmte Süßwasserschnecken befallen und sich dort weiterentwickeln.

Aus den infizierten Schnecken werden anschließend andere Larvenformen in das Wasser abgegeben. Diese können innerhalb kurzer Zeit über die unverletzte Haut von Menschen eindringen die im kontaminierten Süßwasser baden schwimmen oder waten. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ohne Wasserkontakt findet im Alltag nicht statt. Entscheidend für das Risiko ist daher der ungeschützte Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser in Endemiegebieten.

Symptome & Verlauf

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Kurz nach der Ansteckung kommt es manchmal zu vorübergehenden Hautreaktionen später zu Allgemeinsymptomen oder chronischen Organveränderungen. Viele Infektionen werden zunächst nicht bemerkt.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind:

juckende Hautrötung oder kleine Knötchen kurz nach dem Süßwasserkontakt als mögliche Eintrittsreaktion

einige Wochen später grippeähnliche Symptome mit Fieber Müdigkeit Husten Muskel und Gelenkschmerzen bei akuter Schistosomiasis auch Katayama Fieber genannt

später chronische Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen Durchfall gelegentlich mit Blutbeimengungen

bei Harnwegsbefall Schmerzen beim Wasserlassen sowie Blut im Urin eventuell häufigere Harnwegsinfekte

bei langjähriger Infektion Vergrößerung von Leber und Milz Bluthochdruck in der Pfortader sowie Risiko für Leberschäden und Blasentumoren je nach Erregertyp

bei Kindern wiederholte Infektionen mit Blutarmut Wachstums und Entwicklungsstörungen

Der Verlauf hängt von Erregerart Intensität und Dauer der Infektion sowie vom Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.

Behandlung

Bilharziose ist in der Regel gut behandelbar wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Zur Therapie stehen spezielle Medikamente zur Verfügung die gegen die erwachsenen Würmer wirken. Eine frühe Diagnose verhindert schwere Spätschäden an Organen.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind:

ärztliche Diagnostik mit gezielten Fragen nach Süßwasserkontakt in Endemiegebieten sowie Stuhl und Urinuntersuchungen und gegebenenfalls Bluttests

Behandlung mit einem antiparasitären Medikament in angepasster Dosierung meist als kurzzeitige Tablettentherapie

bei schweren oder lang bestehenden Infektionen ergänzende Untersuchungen von Leber Darm und Harnwegen zum Beispiel durch Ultraschall oder Endoskopie

langfristige Kontrolle bei bereits eingetretenen Organschäden etwa bei Leberbeteiligung oder chronischen Blasenproblemen

Beratung weiterer Familienmitglieder oder Mitreisender mit ähnlicher Exposition um gegebenenfalls auch sie zu untersuchen und zu behandeln

Bei rechtzeitiger Therapie sind die Aussichten in der Regel gut auch wenn bestehende Organschäden nicht immer vollständig rückgängig gemacht werden können.

Schutz & Vorbeugung

Der wichtigste Schutz vor Bilharziose ist konsequente Meidung von Süßwasserkontakt in Endemiegebieten. In vielen Regionen Afrikas Asiens und Südamerikas gelten Flüsse Seen und Bewässerungskanäle als potenziell belastet insbesondere wenn sie von der lokalen Bevölkerung zum Baden Waschen oder als Abwasserweg genutzt werden.

Reisende sollten in solchen Gebieten weder baden noch schwimmen noch barfuß im Süßwasser waten. Sichere Alternativen sind Pools die mit aufbereitetem Wasser betrieben werden und hygienische Duschmöglichkeiten. Wenn Süßwasserkontakt unvermeidlich war sollte nach der Reise bei unklaren Beschwerden oder nachweislich riskanter Exposition eine ärztliche Abklärung erfolgen auch wenn zunächst keine Symptome auftreten. Aufklärung der lokalen Bevölkerung und Verbesserung der sanitären Bedingungen sind langfristig entscheidend um die Krankheit zurückzudrängen.

Impfung gegen Mumps

Eine allgemein verfügbare Impfung gegen Bilharziose steht derzeit nicht zur Verfügung. Zwar wird weltweit an Impfstoffen geforscht doch eine routinemäßige Anwendung für Reisende oder die Bevölkerung endemischer Länder gibt es bislang nicht.

Für Einzelpersonen basiert die Vorbeugung deshalb vor allem auf der Meidung von Süßwasserkontakt und der frühzeitigen Diagnostik nach bekanntem Risiko. In einigen Endemiegebieten werden regelmäßig groß angelegte Behandlungsprogramme für die Bevölkerung durchgeführt um die Krankheitslast insgesamt zu senken. 

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Ja auch ein kurzer Aufenthalt in kontaminiertem Süßwasser kann ausreichen damit die Larven in die Haut eindringen. Es gibt keine sichere Mindestzeit bei der ein Kontakt unbedenklich wäre. In bekannten Risikogebieten sollte Süßwasserkontakt grundsätzlich vermieden werden.

Gut gewartete Pools mit aufbereitetem Wasser gelten in der Regel als sicher. Das Risiko besteht vor allem in natürlichen Süßgewässern wie Flüssen Seen und Kanälen die nicht desinfiziert werden und in denen sich Süßwasserschnecken aufhalten können

Nach eindeutigem Süßwasserkontakt in bekannten Endemiegebieten kann eine Kontrolluntersuchung sinnvoll sein selbst wenn keine Symptome bestehen. Die Entscheidung hängt von Art und Dauer der Exposition ab und sollte in einer tropenmedizinischen Sprechstunde besprochen werden.

Akute Beschwerden treten meist Wochen nach der Ansteckung auf. Chronische Folgen entwickeln sich oft über Monate bis Jahre insbesondere wenn die Infektion unentdeckt bleibt. Daher ist eine frühe Diagnostik nach Risikosituationen wichtig um Spätschäden vorzubeugen.

Nein eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Für die Verbreitung sind immer kontaminiertes Süßwasser und bestimmte Süßwasserschnecken als Zwischenwirte erforderlich.