Leishmaniose
Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Informationen über Leishmaniose und den Schutz auf Reisen. Leishmaniose ist eine parasitäre Erkrankung die durch winzige Sandmücken übertragen wird und Haut innere Organe oder Schleimhäute betreffen kann. Für Reisende in bestimmte Regionen in Lateinamerika Afrika Asien und rund um das Mittelmeer ist ein guter Insektenschutz besonders wichtig.
Was ist Leishmaniose?
Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit die durch Parasiten der Gattung Leishmania verursacht wird. Die Erreger werden beim Stich bestimmter Sandmücken auf den Menschen übertragen. Je nach Erregertyp und betroffener Körperregion unterscheidet man vor allem drei Formen: eine Hautform mit Geschwüren eine Schleimhautform und eine Organform bei der insbesondere Leber Milz und Knochenmark betroffen sind.
Die Hautform führt vor allem zu langsam entstehenden Geschwüren an der Einstichstelle. Die Organform auch viscerale Leishmaniose genannt kann unbehandelt lebensbedrohlich verlaufen. Sie geht oft mit Fieber Gewichtsverlust und einer ausgeprägten Vergrößerung von Milz und Leber einher.
Vorkommen
Leishmaniose kommt in vielen tropischen und subtropischen Regionen vor sowie in einigen Ländern rund um das Mittelmeer. Häufig betroffen sind Teile von Lateinamerika Ostafrika Nordafrika dem Nahen Osten und Südasien. Das Risiko ist meist dort erhöht wo Sandmücken gute Lebensbedingungen finden zum Beispiel in warmen trockenen Regionen und nahe zu einfachen Siedlungen.
Erhöhte Risikosituationen sind:
• Reisen nach Brasilien Bolivien Peru oder in andere Länder Lateinamerikas mit bekannter Leishmaniose
• Aufenthalte im Sudan in Äthiopien oder in anderen Teilen Ostafrikas mit Organleishmaniose
• Reisen nach Indien Nepal Bangladesch oder in andere südasiatische Länder mit visceraler Leishmaniose
• längere Aufenthalte in ländlichen Gebieten mit einfachen Unterkünften zum Beispiel Arbeitseinsätze Freiwilligendienste oder Langzeitreisen
• Übernachtungen im Freien oder in Häusern ohne Mückengitter in bekannten Risikogebieten
Impfstoff-Serie
Nicht verfügbar
Schutz
konsequenter Mückenschutz
Risikobereiche
Brasilien Bolivien Indien Sudan Äthiopien
Übertragung
Leishmaniose wird durch den Stich infizierter Sandmücken übertragen. Diese Mücken sind deutlich kleiner als viele bekannte Stechmücken und sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Beim Blutsaugen geben sie die Parasiten in die Haut ab.
Die Erreger zirkulieren zwischen Tieren zum Beispiel Hunden Nagern oder anderen Wildtieren und Sandmücken. Der Mensch ist je nach Region Zwischenwirt oder spielt eine Rolle in der Weiterverbreitung. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ohne Mückenstich ist im normalen Alltag nicht typisch.
Symptome & Verlauf
Die Beschwerden hängen von der Form der Leishmaniose ab und können Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten.
Typische Beschwerden und mögliche Verläufe bei der Hautform sind:
• anfangs kleine Knötchen an der Stichstelle die langsam größer werden
• Entwicklung von schmerzarmen Geschwüren mit verhärtetem Rand
• meist nur an den unbedeckten Körperstellen die den Stichen ausgesetzt waren
• allmähliche Abheilung über Monate mit Narbenbildung
Bei der Organform können unter anderem folgende Zeichen auftreten:
• länger anhaltendes Fieber ohne klare Ursache
• ausgeprägte Müdigkeit Gewichtsverlust und Schwäche
• vergrößerte Milz und Leber mit Druckgefühl im Oberbauch
• Blutbildveränderungen mit Anfälligkeit für Infektionen und Blutungen
Die Organform ist unbehandelt oft lebensbedrohlich und erfordert eine rasche Diagnose und Therapie.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Form Schweregrad und Erregertyp der Leishmaniose. Sie gehört in die Hände von spezialisierten Ärztinnen und Ärzten.
Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind:
• genaue Diagnose durch Laboruntersuchungen zum Beispiel Hautproben Blutuntersuchungen oder Knochenmarkdiagnostik
• lokale Therapie bei begrenzter Hautleishmaniose zum Beispiel durch spezielle Cremes Injektionen in den Herd oder physikalische Verfahren nach ärztlicher Entscheidung
• systemische Therapie mit speziellen Medikamenten bei Organbeteiligung oder ausgedehnten Hautbefunden
• engmaschige Kontrolle von Blutwerten Nieren und Leberfunktion während einer systemischen Behandlung
• langfristige Nachsorge bei schweren Verläufen um Rückfälle und Spätfolgen frühzeitig zu erkennen
Eine frühe Diagnose verbessert die Behandlungsmöglichkeiten und senkt das Risiko bleibender Schäden.
Schutz & Vorbeugung
Da in der Regel kein Impfstoff für Reisende zur Verfügung steht ist der wichtigste Schutz vor Leishmaniose ein konsequenter Mücken und Insektenschutz. Sandmücken sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Empfehlenswert sind lange helle Kleidung die auch Arme und Beine bedeckt die Verwendung von geeigneten Insektenschutzmitteln auf der Haut sowie das Schlafen unter feinmaschigen Netzen.
Unterkünfte mit Klimaanlage Mückengittern an Fenstern und Türen oder gut schließenden Öffnungen können das Stichrisiko zusätzlich verringern. In bekannten Risikogebieten sollte das Schlafen im Freien ohne Netze möglichst vermieden werden. Für länger im Ausland tätige Personen zum Beispiel in Hilfsprojekten oder auf Baustellen ist eine ausführliche Beratung zur Expositionsvermeidung sinnvoll.
Impfung gegen Leishmaniose
Für Menschen die reisen oder in betroffenen Gebieten leben steht derzeit keine allgemein empfohlene Standardimpfung zur Verfügung. Weltweit wird an Impfstoffen geforscht und in Studien geprüft ob bestimmte Kandidaten einen wirksamen Schutz bieten können. Eine breite Anwendung in der Routineversorgung ist bisher jedoch nicht etabliert.
Für Reisende bedeutet dies dass konsequenter Mückenschutz und eine frühzeitige medizinische Abklärung bei unklaren Hautveränderungen Fieber oder anhaltender Schwäche nach einem Aufenthalt in Risikogebieten die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind
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Bei kurzen Aufenthalten in typischen Hotelanlagen mit gutem Mückenschutz ist das Risiko meist gering. Höher ist das Risiko bei einfachen Unterkünften langen Naturaufenthalten oder Einsätzen in Projekten vor Ort.
Verdächtig sind langsam wachsende schmerzarme Geschwüre an Stellen die Sandmückenstichen ausgesetzt waren. Bei solchen Veränderungen sollten Sie ärztlichen Rat suchen und Ihren Reiseaufenthalt erwähnen.
Hunde können in manchen Regionen als Reservoir für die Erreger dienen. Die direkte Ansteckung erfolgt aber in der Regel über Sandmücken die sich vorher an einem infizierten Tier oder Menschen infiziert haben.
Feinmaschige Netze sind besser geeignet da Sandmücken kleiner sind als viele andere Stechmücken. Ideal sind imprägnierte Netze die zusätzlich Insekten abwehren.
Ein routinemäßiger Test ohne Beschwerden ist in der Regel nicht nötig. Bei unklaren Hautveränderungen länger anhaltendem Fieber oder starker Abgeschlagenheit nach der Rückkehr sollte jedoch eine gezielte ärztliche Abklärung erfolgen.