Schistosomiasis (Bilharziose)

Schistosomiasis, früher Bilharziose genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch parasitäre Würmer der Gattung Schistosoma verursacht wird. Die Krankheit kommt vor allem in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas vor. Die Eier der Würmer gelangen in Süßwasser, wo aus ihnen Larven schlüpfen. Diese Larven infizieren bestimmte Süßwasserschnecken, entwickeln sich dort weiter und werden anschließend wieder ins Wasser abgegeben. Beim Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser können die Larven über die Haut in den menschlichen Körper eindringen, zum Beispiel beim Baden, Waten oder Schwimmen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Das Trinken von Leitungs- oder Flaschenwasser führt nicht zu einer Infektion.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen und hängen unter anderem davon ab, wie viele Larven in den Körper eingedrungen sind. Etwa ein bis zwei Monate nach der Ansteckung können akute Symptome wie Fieber, Husten, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit auftreten. Diese Beschwerden klingen häufig nach einigen Wochen wieder ab.

Danach kann die Erkrankung unbemerkt in eine chronische Phase übergehen. Dabei kommt es über längere Zeit zu Entzündungsreaktionen, meist in Blase oder Darm. Dies kann im späteren Verlauf zu Blut im Urin oder zu chronischem Durchfall führen. Je nach betroffener Schistosomenart können auch andere Organe langfristig geschädigt werden.

Infektionen lassen sich vermeiden, indem in betroffenen Regionen der Kontakt mit stehenden oder langsam fließenden Süßwassergewässern vermieden wird. Gechlorte Schwimmbäder gelten als sicher. Wenn nach einer Reise entsprechende Beschwerden auftreten, sollte unbedingt erwähnt werden, dass zuvor ein Aufenthalt in einem Risikogebiet stattgefunden hat. Die Erkrankung kann mit Medikamenten wirksam behandelt werden, vor allem wenn sie frühzeitig erkannt wird.

Eine Impfung gegen Schistosomiasis ist derzeit nicht verfügbar.