Höhenkrankheit
Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen über die Höhenkrankheit und wie Sie sich auf Reisen in große Höhe wirksam schützen können. Höhenkrankheit tritt vor allem auf wenn man zu schnell über etwa zwei tausend fünfhundert Meter aufsteigt und der Körper sich nicht ausreichend an den geringeren Sauerstoffgehalt anpassen kann. Mit guter Planung langsamer Akklimatisation und rechtzeitigem Handeln lassen sich viele Beschwerden vermeiden.
Was ist Höhenkrankheit?
Höhenkrankheit bezeichnet Beschwerden die beim Aufenthalt in größeren Höhen auftreten wenn sich der Körper nicht schnell genug an die geringere Sauerstoffverfügbarkeit anpasst. Je nach Schweregrad unterscheidet man die akute Höhenkrankheit von lebensbedrohlichen Komplikationen wie Höhenlungenödem und Höhenhirnödem.
Bei leichter Form kommt es vor allem zu Kopfschmerzen Übelkeit Schlafstörungen und einem Gefühl von Erschöpfung. In schwereren Fällen können Wasseransammlungen in Lunge oder Gehirn entstehen was zu akuter Atemnot Verwirrtheit Gleichgewichtsstörungen und im Extremfall zum Tod führen kann. Besonders gefährdet sind Menschen die rasch in große Höhe aufsteigen zum Beispiel bei Trekkingtouren Bergbesteigungen oder Skireisen mit Anreise auf hohe Pässe.
Vorkommen
Höhenkrankheit kann weltweit in Gebirgen auftreten in denen rasch große Höhen erreicht werden. Typischerweise beginnt das Risiko ab etwa zwei tausend bis zwei tausend fünfhundert Metern Höhe und nimmt mit weiterem Aufstieg zu. Betroffen sind sowohl erfahrene Bergsteigerinnen und Bergsteiger als auch ungeübte Reisende wenn sie zu schnell aufsteigen oder zu hoch schlafen.
Erhöhte Risikosituationen sind
• schnelle Anreise in große Höhe ohne Zwischenübernachtungen zum Beispiel direkte Fahrt auf hohe Pässe oder Bergstationen
• mehrtägige Trekkingtouren in den Anden im Himalaya in Ostafrika oder in Hochregionen anderer Gebirge mit täglichen großen Höhenmetern
• Schlafen deutlich höher als die Höhe der Tagsüber Aktivitäten ohne ausreichende Anpassungstage
• körperliche Überanstrengung in den ersten Tagen in der Höhe etwa schweres Gepäck rasches Tempo oder intensiver Sport
• bestehende Herz oder Lungenerkrankungen oder frühere Episoden von Höhenkrankheit ohne angepasste Vorsichtsmaßnahmen
Impfstoff-Serie
nicht verfügbar
Schutz
Langsame Akklimatisation
Risikobereiche
Alpen Anden Himalaya Kilimandscharo
Übertragung
Höhenkrankheit ist keine Infektionskrankheit und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Sie entsteht ausschließlich dadurch dass der Körper in großer Höhe weniger Sauerstoff erhält und die Anpassungsmechanismen überfordert sind. Entscheidend sind deshalb Aufstiegsgeschwindigkeit Schlafhöhe und individuelle Empfindlichkeit.
Der Sauerstoffanteil in der Luft bleibt in verschiedenen Höhen nahezu gleich doch der Luftdruck nimmt ab. Dadurch wird pro Atemzug weniger Sauerstoff ins Blut aufgenommen. Der Körper reagiert mit schnellerer Atmung höherem Puls und später mit verschiedenen Anpassungen im Blut. Wenn diese Anpassung zu rasch gefordert wird kommt es zu den typischen Beschwerden.
Symptome & Verlauf
Die akute Höhenkrankheit beginnt meist innerhalb der ersten Stunden bis zu einem Tag nach Erreichen einer neuen Schlafhöhe. Beschwerden verschlimmern sich häufig in der Nacht. Ohne rechtzeitige Maßnahmen kann aus einer leichten Form eine schwere und gefährliche Situation werden.
Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind
• Kopfschmerzen in Verbindung mit Aufenthalt in neuer größerer Höhe häufig zusammen mit leichtem Schwindel oder Druckgefühl
• Übelkeit Appetitlosigkeit und manchmal Erbrechen mit deutlicher Leistungsminderung
• ungewöhnliche Müdigkeit Schwäche und das Gefühl schon bei kleinen Anstrengungen außer Atem zu kommen
• schlechter und unruhiger Schlaf mit häufigem Erwachen und vermehrter Atemtätigkeit in der Nacht
• bei sich verschlechterndem Verlauf zunehmende Atemnot bereits in Ruhe trockener Husten und Luftnot beim Gehen als Zeichen eines Höhenlungenödems
• neurologische Symptome wie Gangunsicherheit Verwirrtheit starke Kopfschmerzen Sehstörungen oder ungewöhnliches Verhalten als mögliche Zeichen eines Höhenhirnödems
Leichte akute Höhenkrankheit kann bei sofortigem Stopp des Aufstiegs Ruhe und gegebenenfalls Abstieg wieder abklingen. Bei Anzeichen einer schweren Form ist rascher Abstieg und medizinische Hilfe lebenswichtig.
Behandlung
Die wichtigste Maßnahme bei Höhenkrankheit ist immer das ernsthafte Wahrnehmen von Symptomen und rechtzeitiges Reagieren. Je früher eingegriffen wird desto besser sind die Chancen dass sich die Beschwerden vollständig zurückbilden.
Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind
• sofortiger Stopp des weiteren Aufstiegs bei ersten Zeichen von Höhenkrankheit und Einlegen eines zusätzlichen Ruhetages
• leichter Abstieg um einige hundert Höhenmeter wenn Beschwerden trotz Ruhe nicht innerhalb von Stunden besser werden
• bei stärkeren Symptomen wie anhaltendem Erbrechen Gangunsicherheit oder Atemnot konsequenter rascher Abstieg so weit wie praktisch möglich
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr und nur leichte Kost sowie Verzicht auf Alkohol und Beruhigungsmittel die Atmung und Wahrnehmung dämpfen können
• je nach ärztlicher Empfehlung Einsatz von Medikamenten zur Behandlung der akuten Höhenkrankheit oder zur Unterstützung beim Abstieg
• bei Verdacht auf Höhenlungenödem oder Höhenhirnödem sofortiger Notfall Abstieg gegebenenfalls Nutzung von Trage oder künstlichem Überdrucksack und schnellstmögliche medizinische Versorgung
Selbstüberschätzung und das Ignorieren von Warnzeichen sind häufige Ursachen für schwere Verläufe. In Zweifelsfällen ist Vorsicht mit frühzeitigem Abstieg die sicherere Entscheidung.
Schutz & Vorbeugung
Die wirksamste Vorbeugung gegen Höhenkrankheit ist ein langsamer wohldurchdachter Aufstieg. Oberhalb von etwa zwei tausend fünfhundert Metern wird häufig empfohlen die Schlafhöhe pro Tag nur moderat zu steigern und alle paar Tage einen zusätzlichen Ruhetag auf gleicher Höhe einzulegen. Wer aus dem Flachland direkt in sehr große Höhe reist sollte vor allem die ersten Tage besonders ruhig angehen lassen.
Körperliche Überanstrengung Alkohol übermäßige Flüssigkeitsverluste und Schlafmittel die die Atmung dämpfen können das Risiko erhöhen. Für Personen mit früheren Episoden schwerer Höhenkrankheit oder mit bestimmten Herz oder Lungenerkrankungen kann eine zusätzliche medikamentöse Vorbeugung sinnvoll sein. Dies sollte vor der Reise in einer spezialisierten Beratung besprochen werden. Eine gute Tourenplanung mit realistischen Etappen und ausreichend Reservetagen ist ein zentraler Baustein sicherer Bergreisen.
Impfung gegen Höhenkrankheit
Eine Impfung gegen Höhenkrankheit gibt es nicht. Der Schutz beruht ausschließlich auf angepasstem Verhalten in der Höhe langsamer Akklimatisation und frühzeitigem Abstieg bei Symptomen.
In bestimmten Situationen kann eine medikamentöse Vorbeugung erwogen werden zum Beispiel mit Wirkstoffen die die Atmung anregen und die Anpassung erleichtern. Diese Präparate ersetzen jedoch nie eine vorsichtige Aufstiegsstrategie und sollten nur nach ärztlicher Beratung eingesetzt werden da sie Nebenwirkungen haben können und nicht für alle Personen geeignet sind.
Jetzt Termin vereinbaren
Sie fragen sich, ob Sie eine Impfung für Ihre Reise benötigen? Dann vereinbaren Sie jetzt einen Termin in einem Vaxio in Ihrer Nähe und lassen Sie sich persönlich zu Reise und Impfungen beraten!
- Terminvereinbarung in einer Minute
- Auch abends und am Wochenende verfügbar
- Rückerstattung durch Ihre Krankenversicherung
- mehr als 70 Standorte in den Niederlanden und Deutschland
Haben Sie noch Fragen?
Haben Sie noch Fragen zu den Impfungen bei Vaxio? Dann werfen Sie einen Blick auf die häufig gestellten Fragen unten!
Als grobe Orientierung wird ab etwa zwei tausend fünfhundert Metern empfohlen die tägliche Zunahme der Schlafhöhe zu begrenzen und regelmäßig Ruhetage einzubauen. Konkrete Empfehlungen hängen jedoch von Route Ausgangshöhe und individueller Erfahrung ab und sollten im Rahmen der Tourenplanung besprochen werden.
Eine gute Grundfitness hilft zwar Belastungen besser zu bewältigen schützt aber nicht sicher vor Höhenkrankheit. Auch sehr sportliche Menschen können in großer Höhe erkranken wenn sie zu schnell aufsteigen. Entscheidend bleiben Aufstiegsgeschwindigkeit und Akklimatisation.
Frühere Episoden können ein Hinweis auf eine höhere Anfälligkeit sein. Mit angepasster Tourenplanung langsameren Aufstiegen und gegebenenfalls ärztlich empfohlener medikamentöser Vorbeugung können viele Betroffene dennoch sicher in die Höhe reisen. Eine individuelle Beratung ist dabei sinnvoll.
Kinder können genauso wie Erwachsene Höhenkrankheit entwickeln und äußern Beschwerden manchmal anders zum Beispiel durch Unruhe oder Appetitverlust. Deshalb ist eine besonders vorsichtige Akklimatisation mit kindgerechten Etappen ausreichend Pausen und aufmerksamer Beobachtung wichtig.
Neben allgemeiner Reiseapotheke sind gegebenenfalls Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung leichter Höhenkrankheit sinnvoll sowie Schmerzmittel und Mittel gegen Übelkeit. Die genaue Zusammenstellung sollte vor der Reise mit einer qualifizierten Beratungsstelle oder ärztlichen Praxis abgestimmt werden damit Dosierungen und Gegenanzeigen berücksichtigt werden.