HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen
Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen. HIV ist heute dank moderner Medikamente gut behandelbar kann unbehandelt aber zu einer schweren Schwächung des Immunsystems führen. Viele andere sexuell übertragbare Infektionen verlaufen zunächst unbemerkt können jedoch langfristig zu ernsten Folgen wie Unfruchtbarkeit oder Krebserkrankungen beitragen. Ein informierter Umgang mit Sexualität Schutzmaßnahmen und regelmäßige Tests sind deshalb zentral für Ihre Gesundheit.
Was sind HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen?
HIV ist ein Virus das das menschliche Immunsystem angreift. Ohne Behandlung vermehrt sich das Virus über Jahre im Körper und schwächt nach und nach die Abwehrkräfte. Wird HIV nicht erkannt und behandelt kann sich daraus das Krankheitsbild Aids entwickeln bei dem selbst sonst gut beherrschbare Infektionen lebensbedrohlich werden. Moderne antiretrovirale Therapien können die Virusmenge im Blut so stark senken dass sie mit Standardtests nicht mehr nachweisbar ist und eine Übertragung beim Sex praktisch nicht mehr stattfindet.
Neben HIV gibt es zahlreiche andere sexuell übertragbare Infektionen. Dazu gehören vor allem Chlamydien Infektionen Gonorrhö Syphilis Genitalherpes HPV Infektionen Trichomonaden sowie sexuell übertragbare Formen von Hepatitis B und teilweise Hepatitis A. Viele dieser Infektionen verursachen anfangs wenige oder gar keine Beschwerden können aber langfristig zu Unterbauchentzündungen Unfruchtbarkeit chronischen Schmerzen Leberschäden oder bestimmten Krebsarten führen.
Vorkommen
HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen kommen weltweit vor. In einigen Regionen ist die Häufigkeit jedoch deutlich erhöht zum Beispiel in Teilen des südlichen Afrikas in bestimmten Regionen Asiens und in manchen Ländern Osteuropas. Weltweit leben viele Millionen Menschen mit HIV und jedes Jahr kommen neue Infektionen hinzu. Andere sexuell übertragbare Infektionen sind sogar noch häufiger und gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt.
Erhöhte Risikosituationen sind
• ungeschützter Geschlechtsverkehr mit neuen oder häufig wechselnden Partnerinnen und Partnern
• Reisen in Regionen mit hoher HIV Häufigkeit zum Beispiel in Länder des südlichen Afrikas oder bestimmte Regionen Osteuropas und Asiens
• Sexualkontakte mit Sexarbeitenden ohne konsequenten Kondomgebrauch
• gemeinsamer Gebrauch von Spritzen oder anderem Injektionszubehör beim Drogenkonsum
• Sexualkontakte zwischen Männern ohne ausreichenden Schutz durch Kondome und gegebenenfalls medikamentöse Vorbeugung gegen HIV
Impfstoff-Serie
teilweise verfügbar
Schutz
Kondom
Risikobereiche
Weltweit
Übertragung
HIV wird vor allem durch ungeschützten vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr über Blutkontakte zum Beispiel durch gemeinsam genutzte Spritzen sowie von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während Schwangerschaft Geburt oder Stillzeit übertragen. Bei sexueller Übertragung spielen Schleimhautkontakte und Körperflüssigkeiten wie Sperma Vaginalsekret und Blut eine zentrale Rolle. Im Alltag zum Beispiel beim Händeschütteln Umarmen gemeinsamem Benutzen von Geschirr oder Toiletten findet keine Übertragung von HIV statt.
Andere sexuell übertragbare Infektionen werden je nach Erreger über direkten Schleimhaut oder Hautkontakt Körperflüssigkeiten oder bereits bei engem Kontakt im Genital und Analbereich übertragen. Einige Erreger können auch durch ungeschützten Oralverkehr weitergegeben werden. Kondome und Lecktücher senken das Risiko vieler Infektionen deutlich können aber bei Infektionen die überwiegend über Hautkontakt außerhalb der bedeckten Bereiche übertragen werden zum Beispiel Teile von HPV oder Genitalherpes keinen vollständigen Schutz bieten.
Symptome & Verlauf
HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen können sehr unterschiedliche Beschwerden auslösen und bleiben oft über längere Zeit unbemerkt. Gerade das macht regelmäßige Tests so wichtig denn eine frühe Diagnose verbessert die Behandlung und senkt die Gefahr andere anzustecken.
Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind
• bei HIV in der frühen Phase grippeähnliche Symptome wie Fieber Halsweh geschwollene Lymphknoten Hautausschlag und ausgeprägte Müdigkeit oder manchmal überhaupt keine erkennbaren Anzeichen
• in späteren Stadien von HIV zunehmende Infektanfälligkeit Gewichtsverlust Nachtschweiß und wiederkehrende Fieber oder Infektionen
• bei Chlamydien und Gonorrhö Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide Brennen beim Wasserlassen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder auch völlig symptomfreie Verläufe vor allem bei Frauen
• bei Syphilis zunächst ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle später Hautausschlag Fieber Lymphknotenschwellungen und bei unbehandelter Erkrankung mögliche Schädigungen von Herz Gehirn und Nerven
• bei Genitalherpes kleine schmerzhafte Bläschen und wunde Stellen im Genital oder Analbereich oft mit Juckreiz Brennen und Allgemeinbeschwerden
• bei HPV Infektionen meist unscheinbare oder fehlende Symptome gelegentlich sichtbare Genitalwarzen langfristig erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs oder Tumoren im Anal und Rachenbereich
Viele dieser Infektionen lassen sich gut behandeln insbesondere wenn sie früh erkannt werden. Unbehandelt können sie jedoch dauerhafte Schäden verursachen
Behandlung
HIV ist heute gut behandelbar erfordert aber eine dauerhafte Therapie. Viele andere sexuell übertragbare Infektionen können mit einer zeitlich begrenzten Behandlung vollständig geheilt oder zumindest deutlich gebessert werden. Wichtig ist die frühzeitige Testung und die konsequente Einnahme der verordneten Medikamente.
Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind
• bei HIV frühzeitiger Beginn einer Kombinationstherapie mit antiretroviralen Medikamenten regelmäßige Laborkontrollen und engmaschige Betreuung in einer spezialisierten Praxis oder Ambulanz
• gezielte Antibiotika Therapie bei bakteriellen Infektionen wie Chlamydien Gonorrhö oder Syphilis nach labordiagnostischer Bestätigung und angepasst an Resistenzlagen
• konsequente Mitbehandlung aktueller Sexualpartnerinnen und Sexualpartner um erneute gegenseitige Ansteckungen zu vermeiden
• Verzicht auf sexuelle Kontakte oder konsequenter Einsatz von Kondomen bis die Therapie ausreichend wirkt und die Ansteckungsgefahr deutlich reduziert ist
• zusätzliche Maßnahmen wie Schmerzbehandlung bei Herpes Behandlung von Genitalwarzen oder Überwachung von Organfunktionen bei chronischen Infektionen zum Beispiel der Leber bei Hepatitis B
• begleitende Beratung zu psychischen und sozialen Fragen rund um Diagnose Partnerschaft Kinderwunsch und Schutz der Partnerinnen und Partner
Bei HIV kann eine gut eingestellte Therapie die Virusmenge im Blut so senken dass sie nicht mehr nachweisbar und beim Sex praktisch nicht mehr übertragbar ist.
Schutz & Vorbeugung
Der wichtigste Schutz vor HIV und vielen anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist konsequenter Kondomgebrauch beim vaginalen und analen Geschlechtsverkehr sowie gegebenenfalls die Nutzung von Lecktüchern bei oralem Kontakt mit Vulva oder Anus. Kondome senken das Risiko einer HIV Übertragung und vieler anderer Infektionen deutlich und bieten zusätzlich Schutz vor ungewollter Schwangerschaft. Sie sind jedoch kein vollständiger Schutz vor Infektionen die auch über Hautkontakt außerhalb des Kondombereichs übertragen werden können zum Beispiel bei einigen HPV oder Herpes Infektionen.
Regelmäßige Tests sind ein weiterer zentraler Baustein der Vorbeugung. Wer neue oder wechselnde Sexualpartner hat sollte sich in sinnvollen Abständen auf HIV und andere häufige sexuell übertragbare Infektionen testen lassen oder nach einem Risikokontakt gezielt einen Test durchführen. Viele Beratungsstellen und Praxen bieten dafür vertrauliche und teilweise anonyme Angebote an. Früh erkannte Infektionen lassen sich besser behandeln und die Ansteckungsgefahr für andere sinkt.
Für Menschen mit erhöhtem HIV Risiko kann eine medikamentöse Vorbeugung sinnvoll sein. Die sogenannte PrEP ist eine vorbeugende Einnahme von HIV Medikamenten bei HIV negativen Personen um das Risiko einer Ansteckung deutlich zu senken. Sie wird bei konsequenter Einnahme als sehr wirksam angesehen und ist eine Ergänzung zu Kondomen und anderen Maßnahmen nicht deren Ersatz. Nach einem einzelnen Risikokontakt kann eine kurzfristige Notfallbehandlung PEP erwogen werden wenn sie sehr früh begonnen wird. Beide Möglichkeiten sollten immer in spezialisierten Sprechstunden besprochen werden.
Impfung gegen ausgewählte sexuell übertragbare Infektionen
Eine Impfung gegen HIV steht derzeit nicht allgemein zur Verfügung. Für einige andere Infektionen die sexuell übertragen werden gibt es jedoch wirksame Impfstoffe. Sie können das Risiko bestimmter Erkrankungen deutlich reduzieren und sind ein wichtiger Baustein der Vorsorge.
Besonders wichtig ist die Impfung gegen HPV. Sie schützt vor bestimmten Typen des Virus die mit Genitalwarzen und vor allem mit verschiedenen Krebsarten zusammenhängen zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs sowie bestimmten Tumoren im Anal und Rachenbereich. Die Impfung wird in vielen Ländern schon im Jugendalter empfohlen ist aber häufig auch später noch möglich wenn keine vollständige Immunisierung vorliegt.
Auch gegen Hepatitis B und in manchen Situationen gegen Hepatitis A gibt es gut wirksame Impfstoffe. Sie werden vor allem Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko empfohlen zum Beispiel Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern Männern die Sex mit Männern haben oder Reisenden in Regionen mit höherer Hepatitis Häufigkeit. Impfungen ersetzen Kondome und regelmäßige Tests nicht können aber das Gesamtinfektionsrisiko deutlich verringern.
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Empfohlen werden je nach persönlichem Risiko regelmäßige Tests zum Beispiel einmal im Jahr oder häufiger wenn Sie sehr viele neue Kontakte haben. Nach einem konkreten Risikokontakt sollte der Test Zeitpunkt mit einer Praxis oder Beratungsstelle abgesprochen werden weil der Körper etwas Zeit braucht um Antikörper oder Virusmaterial zu bilden.
Ja und das ist sogar sehr sinnvoll. Viele sexuell übertragbare Infektionen verlaufen zunächst ohne Symptome können aber trotzdem weitergegeben werden. Routine Tests sind deshalb ein wichtiger Beitrag zur eigenen Gesundheit und zum Schutz der Partnerinnen und Partner.
Kondome senken das Risiko einer HIV Übertragung bei richtiger Anwendung sehr deutlich und schützen auch gut vor vielen anderen Infektionen etwa Chlamydien Gonorrhö und Syphilis. Gegen Infektionen die vor allem über Hautkontakt außerhalb des Kondombereichs übertragen werden zum Beispiel Teile von HPV oder Genitalherpes bieten sie jedoch keinen vollständigen Schutz.
PrEP ist eine vorbeugende dauerhafte oder zeitlich begrenzte Einnahme von HIV Medikamenten vor einem möglichen Risiko zum Beispiel bei häufigen Risikokontakten. PEP ist eine Notfallbehandlung die nach einem einzelnen Risikokontakt so schnell wie möglich begonnen werden muss und nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen wird. Beide Verfahren gehören in fachkundige Beratung und Betreuung.
Zunächst ist wichtig zu wissen dass HIV und viele andere Infektionen heute gut behandelbar sind. Nach der Diagnose sollte eine spezialisierte Praxis eingebunden werden. Dort erhalten Sie Unterstützung zu medizinischen Fragen sowie Hilfe beim Umgang mit der Partnerschaftssituation. Offene Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner unterstützt durch Beratung können helfen gemeinsam einen Weg zu finden der sowohl emotionale als auch gesundheitliche Aspekte berücksichtigt.