Amoebenruhr

Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Informationen über Amöbenruhr und wie Sie sich auf Reisen davor schützen können. Amöbenruhr ist eine durch Parasiten verursachte Darminfektion die unbehandelt schwer verlaufen und den Darm dauerhaft schädigen kann. Sie tritt vor allem in Ländern mit eingeschränkter Trinkwasserqualität und Hygiene auf

Was ist Amoebenruhr?

Amöbenruhr ist eine Darminfektion die durch Parasiten verursacht wird. Der Erreger siedelt sich im Dickdarm an und kann die Darmschleimhaut angreifen. Man unterscheidet eine einfache Besiedelung ohne Beschwerden und eine invasive Form bei der es zu Entzündungen und Geschwüren im Darm kommt.

Die Erkrankung gehört zu den klassischen Reise und Tropenkrankheiten. Viele Infektionen bleiben unauffällig doch bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich ein schwerer Durchfall mit Blut und Schleim im Stuhl. In manchen Fällen kann der Erreger auch Organe außerhalb des Darms erreichen zum Beispiel die Leber und dort Abszesse verursachen.

Vorkommen

Amöbenruhr kommt weltweit vor ist jedoch vor allem in tropischen und subtropischen Regionen mit eingeschränkter Trinkwasser und Abwasserversorgung häufig. Das Risiko ist erhöht wenn Lebensmittel unter einfachen hygienischen Bedingungen zubereitet werden oder wenn Fäkalien in die Wasser und Nahrungsmittelversorgung gelangen.

Erhöhte Risikosituationen sind:

längere Aufenthalte in Indien Pakistan Bangladesch oder anderen Ländern Südasiens mit eingeschränkter Hygiene

Reisen nach Mexiko Brasilien Peru oder in andere Länder Lateinamerikas mit einfachen sanitären Bedingungen

längere Rucksackreisen oder Arbeiten in Regionen Afrikas mit unsicherer Trinkwasserqualität

Verzehr von Leitungswasser Eiswürfeln rohen Speisen oder Salaten in Ländern mit unklarer Wasseraufbereitung

Leben und Arbeiten in dicht besiedelten Stadtvierteln oder Dörfern ohne gesicherte Abwasserentsorgung

Impfstoff-Serie

nicht verfügbar

Schutz

Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene

Risikobereiche

Indien Pakistan Mexiko Brasilien Ägypten

Übertragung

Die Erreger der Amöbenruhr werden über den fäkal oralen Weg übertragen. Parasiten gelangen mit dem Stuhl infizierter Personen in die Umgebung und können über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel wieder aufgenommen werden.

Typische Infektionsquellen sind nicht ausreichend aufbereitetes Trinkwasser Eiswürfel aus Leitungswasser rohe oder nur kurz erhitzte Speisen ungewaschenes Obst und Salate die mit verunreinigtem Wasser gewaschen wurden. Auch unzureichende Handhygiene bei der Zubereitung von Speisen spielt eine wichtige Rolle. Eine direkte Ansteckung im Alltag ist vor allem über verunreinigte Hände und gemeinsam genutzte Toiletten möglich.

Symptome & Verlauf

Die Beschwerden treten oft schleichend auf und reichen von mildem Durchfall bis zu schweren Verläufen. Manche Menschen tragen den Erreger ohne Symptome andere entwickeln eine ausgeprägte Darmentzündung.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind:

wiederkehrender oder anhaltender Durchfall teilweise mit Blut und Schleim im Stuhl

Bauchkrämpfe und Schmerzen meist im Unterbauch

allgemeines Krankheitsgefühl mit Müdigkeit und Appetitlosigkeit

leichtes Fieber und Gewichtsverlust bei längerem Verlauf

in schweren Fällen Fieber hohe Entzündungswerte und starke Bauchschmerzen als Zeichen einer schweren Darmentzündung

gelegentlich Fernherde zum Beispiel Leberabszess mit Fieber Oberbauchschmerzen und deutlich beeinträchtigtem Allgemeinzustand

Unbehandelt kann eine schwere Amöbenruhr den Darm nachhaltig schädigen und in seltenen Fällen lebensbedrohlich werden.

Behandlung

Amöbenruhr sollte immer ärztlich behandelt werden. Die Therapie besteht meist aus einer Kombination von Medikamenten die den Erreger im Darm und gegebenenfalls in Organen außerhalb des Darms beseitigen.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind:

genaue Diagnostik durch Stuhluntersuchungen und bei Bedarf bildgebende Verfahren zum Beispiel bei Verdacht auf Leberabszess

gezielte Gabe von Medikamenten gegen den Parasiten nach ärztlicher Verordnung

anschließende Behandlung zur Beseitigung verbliebener Parasitenformen im Darm um Rückfälle zu verhindern

ausreichende Flüssigkeitszufuhr und angepasste Ernährung zur Unterstützung des Darmes während der Behandlung

bei schweren Verläufen oder Organbeteiligung stationäre Behandlung und engmaschige Kontrolle von Kreislauf und Organfunktionen

Eine vollständige und konsequent zu Ende geführte Therapie ist wichtig damit die Infektion nicht erneut aufflammt.

Schutz & Vorbeugung

Der wichtigste Schutz vor Amöbenruhr ist strikte Trinkwasser und Lebensmittelhygiene. In Risikogebieten sollte Leitungswasser weder getrunken noch zum Zähneputzen verwendet werden. Sicher sind abgekochtes Wasser heiße Getränke und original verschlossene Flaschen. Eiswürfel und Speiseeis unklarer Herkunft sollten gemieden werden.

Beim Essen gilt die Faustregel nur was gekocht gebraten oder selbst geschält wurde ist relativ sicher. Rohe Salate nicht geschältes Obst und kalt angebotene Speisen aus unbekannter Quelle sind häufige Risiken. Regelmäßiges gründliches Händewaschen vor dem Essen und nach Toilettengängen ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Schutzmaßnahmen.

Impfung gegen Amoebenruhr

Eine Impfung speziell gegen Amöbenruhr steht derzeit nicht zur Verfügung. Der Schutz basiert daher vollständig auf vorsichtiger Auswahl von Lebensmitteln sicherem Trinkwasser und guter Handhygiene.

In der reisemedizinischen Beratung stehen vor allem Aufklärung über Risiken und konkrete Verhaltensempfehlungen im Vordergrund. Bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten können zusätzliche Impfungen gegen andere Durchfallerreger wie Typhus Cholera oder Hepatitis A sinnvoll sein um das Gesamtrisiko für schwere Darm und Lebererkrankungen zu senken.

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Nein die meisten Durchfälle auf Reisen werden durch andere Bakterien oder Viren verursacht und klingen nach wenigen Tagen ab. Amöbenruhr ist insbesondere bei anhaltendem oder blutigem Durchfall nach längerer Reise in Risikogebiete zu bedenken.

Wenn Durchfall länger als eine Woche anhält Blut oder Schleim im Stuhl auftritt Fieber dazukommt oder Sie deutlich an Gewicht verlieren sollten Sie ärztlichen Rat einholen und auf Ihren Auslandsaufenthalt hinweisen.

Solange der Erreger noch im Darm ist können Parasiten über die Toilette und verunreinigte Hände weitergegeben werden. Gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang und eigene Handtücher verringern das Risiko deutlich.

Es ist möglich dass Parasiten länger im Darm verbleiben ohne deutliche Symptome zu verursachen. Deshalb kann bei unklaren länger anhaltenden Magen Darm Beschwerden nach einer Reise eine gezielte Stuhluntersuchung sinnvoll sein.

Reine Durchfallmittel ohne Diagnostik reichen bei einer echten Amöbenruhr nicht aus. Sie können kurzfristig Symptome bessern sind aber keine Lösung für die Ursache. Bei Verdacht auf eine invasive Infektion ist immer eine ärztliche Behandlung mit speziellen Medikamenten erforderlich.