Tollwut

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen über Tollwut und den Schutz durch die Impfung. Tollwut ist eine Virusinfektion des Nervensystems die fast immer tödlich endet sobald erste Symptome auftreten. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Biss eines infizierten Tieres zum Beispiel Hund Fledermaus oder Fuchs. Für viele Reiseziele mit erhöhtem Risiko ist eine vorbeugende Impfung sehr empfehlenswert.

Was ist Tollwut

Tollwut ist eine durch Viren verursachte Erkrankung die das zentrale Nervensystem befällt. Das Virus gelangt in der Regel über einen Tierbiss in den Körper und wandert entlang der Nervenbahnen ins Gehirn.

Die Erkrankung verläuft in mehreren Phasen. Nach einer meist symptomfreien Zeit entwickeln sich zunächst unspezifische Beschwerden wie Unwohlsein und leichte Kopfschmerzen. Später treten schwere neurologische Symptome auf die ohne Behandlung immer zum Tod führen.

Da eine wirksame Behandlung nach Beginn der Symptome praktisch nicht möglich ist kommt der Vorbeugung durch Impfung und richtige Maßnahmen nach einem Tierkontakt eine entscheidende Rolle zu.

Vorkommen

Tollwut kommt in vielen Regionen der Welt vor. Besonders betroffen sind große Teile von Asien Afrika und Lateinamerika. In einigen Ländern Europas und Nordamerikas ist Tollwut bei Haustieren weitgehend zurückgedrängt dennoch können Wildtiere und Fledermäuse weiterhin das Virus tragen.

Für Reisende besteht ein erhöhtes Risiko wenn sie

  • in Regionen mit freilaufenden Hunden unterwegs sind

  • längere Rucksackreisen oder Aufenthalte in ländlichen Gebieten planen

  • beruflich oder privat engen Kontakt zu Tieren haben

  • sich an Orten aufhalten an denen medizinische Versorgung oder Impfstoffe nur eingeschränkt verfügbar sind

Impfstoff-Serie

Drei Dosen

Schutzdauer

2-5 Jahre

Risikobereiche

Weltweit

Übertragung

Tollwut wird in der Regel über den Biss eines infizierten Tieres übertragen. Das Virus befindet sich im Speichel und gelangt durch eine Wunde in den Körper. Kratzverletzungen oder Kontakt von Speichel mit verletzter Haut oder Schleimhäuten können ebenfalls zu einer Ansteckung führen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt im Alltag praktisch keine Rolle. Entscheidend für das individuelle Risiko sind Art und Tiefe der Verletzung die Tierart und die Tollwutsituation im Reiseland.

Symptome & Verlauf

Nach einer Infektion vergeht meist eine längere Zeit in der keine Beschwerden auftreten. Diese Inkubationszeit kann mehrere Wochen bis einige Monate dauern. Danach entwickeln sich zunächst unspezifische Allgemeinsymptome bevor das typische Bild der Tollwut entsteht.

Häufige Beschwerden und mögliche Verläufe

  • Krankheitsgefühl mit Müdigkeit Kopfschmerzen und leichtem Fieber

  • Kribbeln Brennen oder Schmerz an der Bissstelle

  • Angst Unruhe Reizbarkeit oder Verhaltensänderungen

  • Schluckbeschwerden und starker Speichelfluss

  • Angst vor Wasser oder Luftzug durch Krämpfe der Muskulatur

  • Lähmungen Krampfanfälle und schließlich Atemstillstand

Sobald diese späten Symptome auftreten ist die Erkrankung praktisch immer tödlich. Deshalb ist der Schutz durch Impfung und rasches Handeln nach einem Tierbiss so wichtig.

Behandlung

Eine wirksame Behandlung der manifesten Tollwut steht derzeit nicht zur Verfügung. Die entscheidende Maßnahme ist die Vorbeugung vor Beginn der Symptome.

Nach einem möglichen Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier muss sofort gehandelt werden.

Wichtige Maßnahmen können sein

  • gründliches Ausspülen und Waschen der Wunde mit Wasser und Seife für mindestens einige Minuten

  • rasche ärztliche Beurteilung des Risikos und der Wunde

  • Postexpositionsprophylaxe mit Tollwutimpfung bei Bedarf ergänzt durch spezielle Antikörper

  • bei bereits vorbeugend geimpften Personen meist ein verkürztes Impfschema nach der Verletzung

Nach Ausbruch der typischen neurologischen Symptome ist nur noch eine lindernde Behandlung möglich.

Schutz & Vorbeugung

Der wichtigste Schutz vor Tollwut ist die vorbeugende Impfung insbesondere bei Reisen in Länder mit hohem Risiko und bei häufigem Tierkontakt. Sie erleichtert und verkürzt auch die Behandlung nach einem möglichen Biss.

Zusätzlich sollten Reisende direkten Kontakt mit unbekannten Hunden Katzen Affen und Wildtieren konsequent vermeiden auch wenn die Tiere zutraulich wirken. Kinder sind besonders gefährdet da sie Tierkontakte oft suchen und kleinere Bissverletzungen nicht immer ernst genommen werden.

Wer gebissen oder gekratzt wurde oder Speichel eines Tieres auf verletzter Haut bemerkt sollte unabhängig von einer Impfung sofort ärztliche Hilfe suchen.

Impfung gegen Tollwut

Die Tollwutimpfung wird zur Vorbeugung und zur Behandlung nach einem möglichen Kontakt eingesetzt.

Zur vorbeugenden Impfung erhalten Reisende und Personen mit erhöhtem Risiko in der Regel mehrere Dosen in einem festgelegten Abstand. Dieser Schutz kann bei Bedarf später aufgefrischt werden.

Kommt es trotz Impfung zu einem Tierbiss wird in der Regel ein verkürztes Impfschema angewendet da das Immunsystem bereits vorbereitet ist. Ungeimpfte Personen benötigen nach einem möglichen Kontakt eine Kombination aus sofortiger Wundversorgung Tollwutimpfung und in manchen Fällen zusätzlichen Antikörpern.

Die verwendeten Impfstoffe gelten als gut verträglich. Vor allem bei längeren oder abenteuerlichen Reisen in Risikogebiete ist eine frühzeitige Planung sinnvoll.

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Nicht in jedem Fall. Bei kurzen Aufenthalten mit geringem Tierkontakt kann eine individuelle Beratung ausreichen. Bei längeren Reisen oder häufigen Tierkontakten wird eine Impfung dringend empfohlen.

Die Wunde sofort mit Wasser und Seife gründlich reinigen und so schnell wie möglich eine ärztliche Einrichtung aufsuchen auch wenn der Biss klein erscheint.

Nein. Die Wundreinigung ist wichtig ersetzt aber die Tollwutimpfung und gegebenenfalls zusätzliche Antikörper nicht.

Ja. Eine Postexpositionsprophylaxe sollte so früh wie möglich erfolgen kann aber auch noch einige Tage nach dem Kontakt wirksam sein. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt vor Ort.

Ja. Wenn Sie sich gut fühlen gibt es in der Regel keine Einschränkungen für Reisealltag und körperliche Aktivität.