Tierbisse

Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu Tierbissen und Kratzverletzungen und wie Sie im Notfall richtig reagieren. Bisse von Hunden Katzen Wildtieren oder Affen können zu tiefen Wunden führen und gefährliche Infektionen wie Wundinfektionen Tetanus oder Tollwut übertragen. Besonders auf Reisen ist schnelles richtiges Handeln entscheidend.

Was sind Tierbisse?

Unter Tierbissen versteht man Verletzungen durch Zähne oder Krallen von Säugetieren wie Hunden Katzen Affen Fledermäusen Nagern oder Wildtieren. Auch Kratzverletzungen bei denen Speichel in die Haut gelangt zum Beispiel bei Affen oder Katzen gelten oft als relevante Tierkontakte. Die Wunden reichen von oberflächlichen Schürfungen bis zu tiefen Bisskanälen oder zerquetschtem Gewebe.

Bisswunden gelten immer als verunreinigt weil Speichel viele Bakterien enthält. Je nach Tierart Ort und Tiefe der Wunde liegt das Risiko für eine Infektion im Bereich von etwa fünf bis über dreißig Prozent bei Hunden etwas niedriger bei Katzen und Menschen deutlich höher.

Zusätzlich zu lokalen Wundinfektionen können bestimmte Bisse Erreger wie Tollwut Tetanus oder selten andere Zoonosen übertragen. Für Reisende ist daher neben der direkten Wundversorgung die Einschätzung des Tollwutrisikos von zentraler Bedeutung.

Vorkommen

Tierbisse kommen weltweit vor in Städten genauso wie in ländlichen Regionen. In vielen Ländern sind freilaufende Hunde und Katzen häufige Verursacher von Bissverletzungen. Kinder sind überdurchschnittlich betroffen weil sie Tiere oft streicheln sich zu ihnen hinunterbeugen und das Verhältnis von Kopf zu Körpergröße anderes ist als bei Erwachsenen.

Für Reisende steigt die Bedeutung von Tierbissen vor allem in Ländern in denen Tollwut im Tierbestand vorkommt und medizinische Versorgung oder Impfstoffe nur eingeschränkt verfügbar sind. Besonders relevant sind viele Regionen in Asien Afrika und Teilen von Mittel und Südamerika.

Erhöhte Risikosituationen sind

enger Kontakt zu Hunden und Katzen auf Reisen vor allem in Ländern mit verbreiteter Tollwut im Tierbestand

Füttern oder Anlocken von Affen zum Beispiel an Tempeln Parks oder Stränden sowie Fotoaktionen mit Tieren

Kontakt zu Fledermäusen etwa in Höhlen Unterkünften oder wenn Tiere krank am Boden gefunden werden

Bisse und tiefe Kratzer an Händen Gesicht oder Gelenken sowie zerquetschte Wunden durch große Tiere

berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten mit Tierkontakt zum Beispiel in Tierheimen auf Farmen oder in Projekten im Ausland

Impfstoff-Serie

nicht verfügbar

Schutz

Situationsvermeidung

Risikobereiche

Weltweit

Übertragung

Bei Tierbissen gelangen Keime aus dem Speichel und von der Hautoberfläche tief in das Gewebe. Häufig sind dabei Bakterien beteiligt zum Beispiel Pasteurella Arten bei Katzen und Hunden sowie viele andere Mischinfektionen. Diese Bakterien können innerhalb weniger Stunden bis Tage eine eitrige Wundinfektion oder in schweren Fällen eine Ausbreitung im Körper verursachen.

Je nach Land und Tierart kann darüber hinaus das Tollwutvirus übertragen werden wenn Speichel in die Wunde gelangt. Hunde verursachen weltweit den größten Anteil an menschlichen Tollwutfällen gefolgt von Katzen Affen und Fledermäusen. Auch ein eher kleiner unscheinbarer Kratzer oder eine Leckstelle auf vorgeschädigter Haut kann ausreichen.

Tetanus Erreger gelangen über verunreinigte Wunden aus der Umgebung in den Körper. Bisswunden gelten generell als besonders kritisch weil Gewebegequetscht und schlecht durchblutet sein kann. Daher ist bei jedem Tierbiss die Prüfung des Tetanus Impfschutzes wichtig.

Symptome & Verlauf

Die ersten Beschwerden betreffen meist die Wunde selbst. Eine Infektion entwickelt sich oft innerhalb der ersten ein bis drei Tage kann bei manchen Erregern aber auch später beginnen. Zusätzlich müssen mögliche Zeichen einer systemischen Infektion oder einer durch den Biss übertragenen Krankheit beachtet werden.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind

Rötung Schwellung Wärmegefühl und zunehmende Schmerzen im Bereich der Bisswunde manchmal mit pochendem Spannungsgefühl

Eiterbildung an der Wunde eventuell unangenehmer Geruch sowie eingeschränkte Beweglichkeit in der Nähe von Gelenken

Fieber allgemeines Krankheitsgefühl und Schüttelfrost als Hinweis auf eine weiter fortgeschrittene Infektion oder beginnende Blutvergiftung

bei tiefen Hand oder Gelenkbissen Risiko für Sehnen Gelenk oder Knocheninfektionen mit längerfristigen Funktionsstörungen

bei Tollwut nach meist Wochen bis Monaten zunächst unspezifische Beschwerden wie Kribbeln an der Bissstelle später neurologische Symptome mit Angst Schluckstörungen und Krampfanfällen eine Erkrankung die nahezu immer tödlich verläuft wenn sie einmal ausgebrochen ist

bei Tetanus schmerzhafte Muskelkrämpfe und Verkrampfungen des Kiefers nach Tagen bis Wochen wenn kein ausreichender Impfschutz vorliegt

Lokale Wundinfektionen lassen sich bei früher Behandlung meist gut kontrollieren. Tollwut und Tetanus müssen dagegen durch rechtzeitige vorbeugende Maßnahmen direkt nach dem Biss verhindert werden.

Behandlung

Bei Tierbissen zählen die ersten Minuten und Stunden. Gründliche Wundreinigung nur wenige Stunden nach dem Ereignis senkt das Infektionsrisiko deutlich und ist ein fester Bestandteil internationaler Empfehlungen. Anschließend sollte möglichst zeitnah eine ärztliche Einschätzung erfolgen um die weitere Behandlung zu planen.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind

sofortige gründliche Reinigung der Wunde mit reichlich fließendem Wasser möglichst mit Seife mindestens für etwa fünfzehn Minuten wenn verfügbar auch Spülung mit sauberer Kochsalzlösung

vorsichtige Desinfektion der Umgebung der Wunde und sterile Abdeckung ohne die Wunde fest zu verschließen damit Sekret abfließen kann

ärztliche Beurteilung von Tiefe und Lage der Wunde inklusive Prüfung ob Sehnen Gelenke Nerven oder Knochen betroffen sein könnten und ob Nähen sinnvoll oder eher zu vermeiden ist

Entscheidung über vorbeugende oder therapeutische Antibiotikagabe besonders bei Katzenbissen tiefen Hundebissen Wunden an Hand oder Gesicht oder bei Menschen mit erhöhtem Risiko zum Beispiel Diabetes oder Abwehrschwäche

Überprüfung und gegebenenfalls Auffrischung des Tetanus Impfschutzes im Rahmen der Wundbehandlung

Einschätzung des Tollwutrisikos nach Tierart Region und Verhalten des Tieres und gegebenenfalls Beginn einer Tollwut Nachbehandlung mit gründlicher Wundspülung Tollwutimpfungen und bei nicht vorgeimpften Personen zusätzlich Gabe von Immunglobulin

Bei Bissen in Ländern mit möglicherweise unzureichender medizinischer Versorgung kann es sinnvoll sein die Wunde zunächst selbst gründlich zu spülen und so bald wie möglich eine qualifizierte medizinische Einrichtung aufzusuchen auch wenn dafür ein Transport in eine größere Stadt nötig ist.

Schutz & Vorbeugung

Der beste Schutz vor Tierbissen ist es riskante Situationen zu vermeiden. Auf Reisen sollten fremde Hunde Katzen Affen und andere Tiere grundsätzlich nicht gestreichelt oder gefüttert werden auch wenn sie zahm und freundlich erscheinen. Kinder können das Risiko schwer einschätzen und sollten daher besonders konsequent über den Umgang mit Tieren aufgeklärt und beobachtet werden.

In Ländern mit Tollwutrisiko ist Abstand zu Wildtieren und offensichtlich kranken Tieren besonders wichtig. Schon kleine Kratzer oder Leckstellen auf verletzter Haut sind ernst zu nehmen und sollten sofort gewaschen und ärztlich abgeklärt werden. Ein aktueller Tetanusimpfschutz gehört zu den Grundvoraussetzungen jeder Reiseapotheke. Wer in Regionen unterwegs ist in denen Tollwut weit verbreitet ist oder in Projekten mit Tierkontakt arbeitet sollte sich zusätzlich über eine vorbeugende Tollwut Impfung informieren.

Impfung gegen Folgen von Tierbissen

Eine Impfung direkt gegen Tierbisse gibt es nicht. Wichtig sind jedoch zwei Impfungen die die gravierendsten Folgen eines Bisses verhindern können Tetanus und Tollwut.

Die Tetanus Impfung ist Teil der Standardimpfungen und sollte regelmäßig aufgefrischt werden. Besonders bei verletzungsanfälligen Aktivitäten wie Trekking Klettern oder Fahrradreisen ist ein vollständiger Schutz entscheidend.

Die Tollwut Impfung ist vor allem für Reisen in Länder mit erhöhter Tollwut Häufigkeit bedeutsam. Eine vorbeugende Grundimmunisierung erleichtert und verkürzt die Behandlung nach einem Biss und bietet zusätzlichen Sicherheitsspielraum wenn Impfstoff oder Immunglobulin vor Ort schwer verfügbar sind. Empfohlen wird sie zum Beispiel bei längeren Aufenthalten in Asien Afrika oder Lateinamerika bei Reisen mit häufigem Tierkontakt bei Kindern und bei beruflicher Exposition.

In einer reisemedizinischen Beratung kann gemeinsam geklärt werden ob eine Tollwut Vorimpfung für Ihr konkretes Reiseziel sinnvoll ist und welche Auffrischungen sonst nötig sind.

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Spülen Sie die Wunde sofort gründlich mit viel Wasser und Seife für mindestens fünfzehn Minuten entfernen Sie sichtbare Fremdkörper decken Sie die Stelle locker ab und suchen Sie so bald wie möglich eine medizinische Einrichtung auf. Erwähnen Sie immer die Tierart und den Aufenthaltsort.

Auch kleine oberflächliche Verletzungen können relevante Keime oder Tollwutviren übertragen. Entscheidend ist nicht nur die Größe der Wunde sondern die Kombination aus Region Tierart und Impfstatus. Gerade in Tollwutgebieten sollte jeder Biss und Kratzer ernst genommen und ärztlich besprochen werden.

Nicht jede Wunde benötigt automatisch Antibiotika. Sie werden vor allem bei hohem Infektionsrisiko empfohlen zum Beispiel bei Katzenbissen tiefen Wunden an Hand oder Gesicht und bei bestimmten Vorerkrankungen. Ob eine vorbeugende Behandlung nötig ist entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Begutachtung der Wunde.

Eine Tollwut Nachbehandlung sollte so früh wie möglich starten idealerweise innerhalb weniger Stunden nach dem Kontakt. Auch verspätete Behandlung kann noch sinnvoll sein darf aber in keinem Fall ohne fachliche Einschätzung ausgelassen werden da eine ausgebrochene Tollwut praktisch immer tödlich verläuft.

Auch in Ländern mit gut kontrollierter Tollwut können Bisswunden zu ernsten bakteriellen Infektionen führen. Jede tiefe Wunde jeder Biss an Hand oder Gesicht und jede Verletzung mit deutlicher Rötung oder Schmerzen sollte ärztlich kontrolliert werden auch wenn das Tier gesund erscheint und geimpft ist.