Hitzschlag / Sonnenstich

Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Informationen über Hitzschlag und Sonnenstich und wie Sie sich auf Reisen und im Alltag wirksam davor schützen können. Beide sind Hitzeerkrankungen, ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich werden, ein Sonnenstich ist meist leichter, sollte aber trotzdem ernst genommen werden. Mit gutem Sonnenschutz, ausreichendem Trinken und rechtzeitigem Handeln lassen sich viele Notfälle vermeiden.

Was sind Hitzschlag und Sonnenstich?

Hitzschlag ist die schwerste Form einer hitzebedingten Erkrankung. Der Körper überhitzt, die Temperatur steigt meist deutlich über vierzig Grad und das Nervensystem wird geschädigt. Typisch sind Bewusstseinsstörungen, heiße trockene Haut und Kreislaufprobleme. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der ohne schnelle Kühlung und Behandlung lebensgefährlich sein kann.

Ein Sonnenstich ist ein Hitzeschaden des Kopfes. Er entsteht durch lange direkte Sonneneinstrahlung auf ungeschützten Kopf und Nacken und führt zu einer Reizung der Hirnhäute. Die Körpertemperatur kann normal oder nur leicht erhöht sein, im Vordergrund stehen Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackenbeschwerden. Besonders gefährdet sind Kinder mit dünnem Haar, Menschen mit sehr kurzem Haar oder Glatze sowie Personen, die lange in der Sonne sitzen oder liegen.

Vorkommen

Hitzebedingte Erkrankungen können überall auftreten, wo hohe Temperaturen auf fehlenden Schatten, geringe Luftzirkulation und unzureichende Flüssigkeitszufuhr treffen. In den letzten Jahren werden sie durch häufigere Hitzewellen auch in Mitteleuropa häufiger beschrieben. Besonders auf Reisen in warme Länder und in Städten mit viel Beton und wenig Grün nimmt die Hitzebelastung deutlich zu.

Erhöhte Risikosituationen sind

Städtereisen oder Badeurlaube in Regionen mit starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen zum Beispiel rund um das Mittelmeer in den Tropen oder in Wüstenregionen

körperlich anstrengende Aktivitäten bei Hitze wie Sportveranstaltungen Trekking Radtouren oder schweres Arbeiten im Freien

längeres Sonnenbaden am Strand oder auf dem Boot insbesondere in der Mittagszeit und ohne Kopfbedeckung

Aufhalten in schlecht gelüfteten Räumen oder Fahrzeugen, vor allem wenn sich diese aufheizen zum Beispiel geparkte Autos

besondere Empfindlichkeit bei Säuglingen und Kindern, älteren Menschen, Personen mit Herz oder Lungenerkrankungen und Menschen die bestimmte Medikamente einnehmen

Impfstoff-Serie

nicht verfügbar

Schutz

Schatten und Temperaturmanagement

Risikobereiche

Weltweit

Übertragung

Hitzschlag und Sonnenstich sind keine Infektionskrankheiten und werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Sie entstehen ausschließlich durch eine zu starke Hitzeeinwirkung auf den Körper oder den Kopf. Entscheidend sind Umgebungstemperatur, Sonneneinstrahlung, Dauer der Belastung, Luftfeuchtigkeit, Kleidung und die Fähigkeit des Körpers, Wärme über Schwitzen und Durchblutung abzugeben.

Bei Hitzschlag kommt es zu einer gefährlichen Überwärmung des gesamten Körpers mit Kerntemperaturen meist über vierzig Grad und einer Schädigung vieler Organe. Beim Sonnenstich ist vor allem der Kopf überhitzt, was zu einer Reizung der Hirnhäute führt. Hitzeerschöpfung kann als Zwischenstufe auftreten, wenn Flüssigkeit und Salze fehlen der Körper aber noch nicht extrem überhitzt ist.

Symptome & Verlauf

Die Beschwerden beginnen oft schleichend und werden zunächst als normale Sommermüdigkeit abgetan. Unbehandelt kann sich der Zustand jedoch rasch verschlechtern. Wichtig ist deshalb, Warnsignale früh zu erkennen, insbesondere bei Kindern, älteren Personen und Reisenden in ungewohnter Hitze.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind

bei Sonnenstich Kopfschmerzen Schwindel Übelkeit manchmal Erbrechen, hochroter heißer Kopf, Nackensteifigkeit und Unruhe, häufig mit zeitlicher Verzögerung nach dem Sonnenaufenthalt

bei Hitzeerschöpfung starker Durst Kopfschmerzen Schwindel Schwäche, flacher schneller Puls, feuchte blasse Haut und allgemeine Erschöpfung

bei beginnendem Hitzschlag sehr hohe Körpertemperatur heiße trockene Haut, schnelle Atmung, Herzrasen, starke Kopfschmerzen und zunehmende Verwirrtheit

mögliche Krämpfe, Gangunsicherheit oder Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit als Zeichen eines schweren Verlaufs mit Gefahr bleibender Schäden

bei Kindern oft rascher Verlauf mit Müdigkeit, Apathie, Erbrechen, Trinkverweigerung und auffallender Blässe oder hochrotem Kopf je nach Stadium

Leichte Formen können sich bei rascher Kühlung und Flüssigkeitsgabe wieder zurückbilden. Ein Hitzschlag ist dagegen immer ein Notfall und erfordert sofortige Rettungsmaßnahmen.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist es, die Betroffenen aus der Hitze zu bringen, den Körper zu kühlen, den Kreislauf zu stabilisieren und bei schweren Verläufen umgehend Notfallmedizin einzuleiten. Jede Verzögerung erhöht das Risiko für bleibende Schäden.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind

sofortiger Aufenthalt im Schatten oder in einem kühleren Raum, Oberkörper hochlagern oder flach lagern je nach Kreislaufzustand und enge Kleidung lockern

langsame Kühlung durch kühle feuchte Tücher auf Kopf Nacken und Körper, fächeln von Luft und Nutzung vorhandener Kühlmöglichkeiten ohne Betroffene zu unterkühlen

bei wachem Zustand kleine Schlucke kühler Getränke geben zum Beispiel Wasser oder verdünnte Saftschorlen, keine sehr kalten Getränke auf einmal und keinen Alkohol

bei Sonnenstich zusätzlich Kopfhochlagerung, Ruhe, Vermeiden weiterer Sonneneinstrahlung und Beobachtung, ob sich Bewusstsein und Allgemeinzustand bessern

bei Verdacht auf Hitzschlag Notruf wählen, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes intensive Kühlung und stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, Herz Lungen Wiederbelebung falls keine Atmung feststellbar ist

nach überstandener Episode ärztliche Kontrolle, insbesondere wenn Bewusstseinsstörungen, sehr hohe Temperaturen oder Vorerkrankungen vorlagen

Bei Unsicherheit ist es besser, einmal zu viel den Notruf zu wählen als eine ernsthafte Hitzeerkrankung zu unterschätzen.

Schutz & Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugung besteht darin, starke Hitze und direkte Sonne intelligent zu managen. In warmen Regionen sollten körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen oder Abendstunden gelegt werden, die Mittagssonne wird idealerweise gemieden. Leichte helle Kleidung, eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz und möglichst schattige Aufenthaltsorte helfen, die Wärmebelastung zu reduzieren. Kinder sollten nie ohne geeigneten Schutz in der prallen Sonne spielen.

Ausreichendes Trinken ist ein weiterer zentraler Baustein. Wer sich bei Hitze körperlich betätigt oder schwitzt, braucht mehr Flüssigkeit als üblich. Alkohol und sehr zuckerreiche Getränke eignen sich nur eingeschränkt, da sie den Kreislauf zusätzlich belasten können. In Fahrzeugen, Zelten oder geschlossenen Räumen darf niemand in der Hitze zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Zeit. Besonders Säuglinge und Kinder sind hier gefährdet, da sie ihren Wärmehaushalt noch nicht so gut regulieren können.

Impfung gegen Hitzschlag und Sonnenstich

Eine Impfung gegen Hitzschlag oder Sonnenstich gibt es nicht. Schutzmaßnahmen beruhen ausschließlich auf angepasstem Verhalten in der Hitze, konsequentem Sonnenschutz und ausreichender Flüssigkeitszufuhr.

Für Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Personen sowie Reisende in Regionen mit sehr hohen Temperaturen kann eine individuelle reisemedizinische Beratung sinnvoll sein. Dort kann besprochen werden, wie Tagesplanung, Kleidung, Trinkmenge und eventuell einzunehmende Medikamente auf die zu erwartenden Bedingungen abgestimmt werden können.

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Wenn eine Person sehr benommen wirkt, kaum ansprechbar ist, ungewöhnlich verwirrt erscheint, sehr heiße trockene Haut hat oder Atemnot, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit auftreten, sollte sofort der Notruf gewählt werden. Besonders bei vermuteter Körperkerntemperatur deutlich über normal zählt jede Minute.

Nach einem Sonnenstich sollte der Körper sich erst vollständig erholen. Für mindestens einen Tag ist direkte Sonne auf Kopf und Nacken zu meiden, eventuell auch länger. Danach sind Kopfbedeckung, kürzere Aufenthalte und ausreichend Trinken wichtig, um einen Rückfall zu vermeide

Wichtige Maßnahmen sind Kopfbedeckung mit Nackenschutz, Aufenthalt im Schatten, regelmäßige Trinkpausen und das Meiden der größten Mittagshitze. Kinder sollten nicht im aufgeheizten Wagen oder Kinderwagen ohne ausreichende Luftzirkulation liegen und bei auffälliger Müdigkeit oder Übelkeit sofort in den Schatten gebracht und beobachtet werden

Bewegung ist auch im Sommer gesund, sollte aber an die Temperatur angepasst werden. Intensive Belastungen gehören eher in die kühleren Tageszeiten, Pausen und Trinken sind wichtig. Wer sich ungewöhnlich müde, schwindelig oder überhitzt fühlt, sollte die Belastung sofort reduzieren oder abbrechen.

Neben allgemeinen Medikamenten sind Mittel gegen Kopfschmerzen und Übelkeit, Elektrolytpräparate, Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor und eine leichte Kopfbedeckung sinnvoll. Ein kleines Thermometer kann helfen, Fieber von normaler Hitzeeinwirkung zu unterscheiden, ersetzt aber nicht die Einschätzung von Bewusstsein und Allgemeinzustand.