Skabies (Krätze)
Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen über Skabies auch Krätze genannt und darüber wie Sie sich selbst Ihre Familie und Mitreisende schützen können. Skabies ist eine ansteckende Hauterkrankung bei der winzige Milben in die obere Hautschicht eindringen und einen starken nächtlichen Juckreiz auslösen. Die Infektion breitet sich vor allem bei engem Körperkontakt in Haushalten Gemeinschaftseinrichtungen und einfachen Unterkünften auf Reisen aus.
Was ist Skabies?
Skabies ist eine Erkrankung der Haut die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Die Milben graben kleine Gänge in die oberste Hautschicht und legen dort Eier ab. Der Körper reagiert mit einer allergieähnlichen Entzündungsreaktion die zu starkem Juckreiz und typischen Hautveränderungen führt.
Die Erkrankung ist nicht gefährlich im Sinn schwerer Organschäden kann aber sehr belastend sein. Ohne Behandlung kann Skabies über Wochen und Monate bestehen bleiben und andere Menschen anstecken. Besonders betroffen sind Haushalte mit engem Zusammenleben Wohngruppen Pflegeeinrichtungen Unterkünfte mit vielen Personen sowie unterwegs Hostels und einfache Schlafstätten.
Vorkommen
Skabies kommt weltweit vor und ist unabhängig von persönlicher Sauberkeit oder sozialem Status. Häufiger wird sie dort gesehen wo viele Menschen auf engem Raum leben wo Körperkontakt häufig ist und wo die Erkrankung spät erkannt oder unvollständig behandelt wird.
Erhöhte Risikosituationen sind
• enger Hautkontakt in Familien Wohngemeinschaften Internaten und Pflegeheimen
• Übernachtungen in vollen Schlafsälen Hostels oder einfachen Unterkünften mit häufig wechselnden Gästen
• Aufenthalte in Einrichtungen mit begrenzten Möglichkeiten für Hygiene und Wäschewechsel zum Beispiel Flüchtlingsunterkünfte Notquartiere oder bestimmte Sammelunterkünfte
• längere Reisen mit gemeinsam genutzter Bettwäsche oder Schlafplätzen ohne regelmäßige Reinigung
• enger Körperkontakt bei Kindern in Kita Schule oder Freizeitgruppen besonders bei länger anhaltendem Juckreiz in der Umgebung
Impfstoff-Serie
nicht verfügbar
Schutz
Haut- und Kleidungshygiene
Risikobereiche
Weltweit
Übertragung
Skabies wird durch direkten und meist längeren Haut zu Haut Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Besonders ansteckend sind Situationen in denen Personen gemeinsam schlafen kuscheln engen Körperkontakt haben oder länger zusammen in einem Bett liegen. Auch Eltern und Kinder oder Partnerinnen und Partner stecken sich häufig gegenseitig an.
Eine Übertragung über geteilte Kleidung Bettwäsche oder Handtücher ist seltener aber möglich vor allem wenn diese kurz zuvor von einer betroffenen Person genutzt wurden. Die Krätzmilbe überlebt außerhalb des menschlichen Körpers nur begrenzte Zeit deshalb sind kurze flüchtige Begegnungen im Alltag weniger problematisch. Entscheidend ist meist der dauerhafte oder wiederholte enge Kontakt.
Symptome & Verlauf
Die typischen Beschwerden entwickeln sich nicht sofort nach der Ansteckung. Bis sich erste Symptome zeigen können zwei bis sechs Wochen vergehen bei bereits früher erkrankten Personen kürzer.
Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind
• sehr starker Juckreiz vor allem abends und in der Nacht der den Schlaf stören kann
• kleine rote Knötchen feine Gänge oder Bläschen insbesondere an Fingern Handgelenken Achseln Brustwarzen Leistenregion und bei Kindern auch an Kopf Gesicht und Fußsohlen
• aufgekratzte Hautstellen durch ständiges Kratzen oft mit Krusten oder kleinen Wunden
• manchmal Ekzeme oder bakteriell infizierte Hautareale wenn Keime in die aufgekratzten Stellen eindringen
• bei länger bestehender oder stark ausgeprägter Skabies verdickte schuppige Hautbereiche die besonders stark jucken
• bei sehr geschwächtem Immunsystem selten eine besondere Form mit massiver Milbenanzahl und sehr ausgedehnten Hautveränderungen
Der Juckreiz kann auch nach Beginn der Behandlung noch einige Zeit anhalten weil die Hautreaktion langsam abklingt.
Behandlung
Skabies lässt sich in der Regel gut behandeln erfordert aber eine konsequente Therapie und die Einbeziehung enger Kontaktpersonen. Ziel ist es alle Milben und Eier auf der Haut zu beseitigen und erneute Ansteckungen im Umfeld zu verhindern.
Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind
• Anwendung einer speziellen Creme oder Lotion die auf den gesamten Körper nach ärztlicher Anleitung aufgetragen und nach einer bestimmten Einwirkzeit wieder abgewaschen wird
• je nach Empfehlung Wiederholung der Behandlung nach einigen Tagen um frisch geschlüpfte Milben zu erfassen
• Behandlung aller engen Kontaktpersonen im Haushalt oder in der Partnerschaft möglichst zeitgleich auch wenn diese noch keine deutlichen Beschwerden haben
• Waschen von getragener Kleidung Bettwäsche und Handtüchern bei ausreichend hoher Temperatur sowie zeitweises Lagern von nicht waschbaren Textilien in verschlossenen Beuteln nach ärztlicher Empfehlung
• Pflege der aufgekratzten Haut mit geeigneten Pflegeprodukten gegebenenfalls Einsatz juckreizstillender Medikamente nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt
• bei schweren oder ungewöhnlichen Verläufen Betreuung durch eine hautärztliche Praxis mit Anpassung der Behandlung
Wichtig ist die genaue Einhaltung der Anweisungen zur Anwendung der Medikamente damit die Behandlung erfolgreich ist.
Schutz & Vorbeugung
Der beste Schutz vor Skabies besteht darin längeren engen Hautkontakt mit erkennbar betroffenen Personen zu vermeiden und bei anhaltendem Juckreiz frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. In Haushalten Gemeinschaftseinrichtungen und auf Reisen in Hostels oder Sammelunterkünften sollte bei typischem Juckreiz und Hautveränderungen immer auch an Skabies gedacht werden.
Während und kurz nach der Behandlung ist es sinnvoll persönliche Handtücher und Kleidung nicht zu teilen häufig genutzte Textilien regelmäßig zu wechseln und Hinweise der behandelnden Praxis zu Maßnahmen im Haushalt zu befolgen. In Einrichtungen wie Kitas Schulen Pflegeheimen oder Unterkünften ist eine enge Zusammenarbeit mit medizinischem Personal und dem zuständigen Gesundheitsdienst wichtig um weitere Ansteckungen zu verhindern und die Rückkehr in den Alltag sicher zu organisieren.
Impfung gegen Skabies
Eine Impfung gegen Skabies gibt es derzeit nicht. Die Vorbeugung stützt sich deshalb auf frühzeitige Erkennung konsequente Behandlung und Hygienemaßnahmen im Haushalt sowie in Gemeinschaftseinrichtungen.
Für Reisende ist vor allem wichtig bei länger anhaltendem Juckreiz nach Aufenthalten in Hostels Gemeinschaftsunterkünften oder auf Schiffen an Skabies zu denken und frühzeitig eine Praxis aufzusuchen. Je früher behandelt wird desto geringer ist das Risiko andere zu infizieren und desto schneller klingen Beschwerden wieder ab.
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In der Regel sinkt die Ansteckungsgefahr deutlich sobald die empfohlene Behandlung korrekt durchgeführt wurde. Meist gelten Betroffene spätestens ein bis zwei Tage nach Abschluss der ersten Therapie bei richtiger Anwendung als nicht mehr ansteckend auch wenn der Juckreiz noch anhält.
In der Regel sollte der Besuch erst wieder erfolgen wenn eine angemessene Behandlung begonnen wurde und nach ärztlicher Einschätzung keine größere Ansteckungsgefahr mehr besteht. Oft reicht ein kurzer schriftlicher Hinweis oder Attest aus der behandelnden Praxis für die Einrichtung.
Ja in den meisten Fällen wird empfohlen alle engen Kontaktpersonen gleichzeitig zu behandeln da sich Skabies leicht unbemerkt weiterverbreitet. Nur so lassen sich erneute gegenseitige Ansteckungen vermeiden.
Frisch getragene Kleidung Unterwäsche Nachtwäsche Handtücher und Bettwäsche sollten nach Anweisung der Praxis gewaschen werden. Gegenstände die sich nicht waschen lassen können gegebenenfalls für einige Tage beiseitegelegt werden. Möbel und Matratzen müssen in der Regel nicht aufwendig desinfiziert werden normales Staubsaugen und Lüften reicht meist aus.
Die übliche menschliche Skabies wird durch Milben verursacht die an den Menschen angepasst sind. Haustiere spielen bei dieser Form in der Regel keine Rolle. Bei auffälligem Juckreiz von Hund oder Katze sollte trotzdem eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden da es eigene Milbenerkrankungen bei Tieren gibt.