Reisediarrhö / Lebensmittelinfektionen

Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu Reisediarrhö und Lebensmittelinfektionen und wie Sie sich auf Reisen wirksam schützen können. Durch ungewohntes Essen, verunreinigtes Trinkwasser oder mangelnde Hygiene kommt es bei vielen Reisenden zu Durchfall, Übelkeit oder Magen Darm Beschwerden. Die meisten Fälle sind harmlos, können eine Reise aber deutlich beeinträchtigen. Mit guter Vorbereitung und dem richtigen Verhalten lassen sich viele Erkrankungen vermeiden.

Was ist Reisediarrhö?

Reisediarrhö ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Durchfallerkrankungen die im Zusammenhang mit einer Reise auftreten. Auslöser können Bakterien, Viren oder Parasiten sein die über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen werden. Häufig betroffen sind der Dünndarm und der Dickdarm, was zu häufigem Stuhlgang, Bauchkrämpfen und allgemeinem Unwohlsein führt.

Die Beschwerden beginnen meist kurz nach Ankunft oder innerhalb der ersten Reisetage. In den meisten Fällen klingen sie nach einigen Tagen von selbst ab. Bei manchen Erregern können die Symptome jedoch länger anhalten oder schwerer verlaufen, insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Vorkommen

Reisediarrhö kann grundsätzlich in allen Ländern auftreten. Besonders häufig sind Durchfallerkrankungen jedoch in Regionen mit eingeschränkter Trinkwasserqualität, unzureichender Abwasserentsorgung und geringem Hygienestandard in der Lebensmittelzubereitung. Dazu gehören viele Länder in Afrika, Asien, Mittelamerika und Südamerika, aber auch einzelne Regionen beliebter Urlaubsziele.

Erhöhte Risikosituationen sind:

Reisen nach Afrika, Süd und Südostasien, Mittelamerika oder Südamerika mit einfachem Hygienestandard

Verzehr von Straßenessen, rohen Speisen, Salaten oder nicht ausreichend erhitzten Meeresfrüchten

Genuss von Leitungswasser, Eiswürfeln oder offenen Getränken unklarer Herkunft

längere Rucksackreisen, einfache Unterkünfte oder Camping ohne gesicherten Zugang zu sauberem Wasser

enge Kontakte in Gruppenreisen, Jugendfreizeiten oder Gemeinschaftsunterkünften mit gemeinsamen Mahlzeiten

Impfstoff-Serie

nicht verfügbar

Schutz

Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene

Risikobereiche

Weltweit

Übertragung

Reisediarrhö und viele Lebensmittelinfektionen werden überwiegend über den fäkal oralen Weg übertragen. Krankheitserreger aus Stuhlresten gelangen über verunreinigtes Wasser, unzureichend gewaschene Hände oder unsauber zubereitete Lebensmittel in den Mund. Dies kann beim Trinken, Essen oder Zähneputzen mit Leitungswasser entstehen.

Typische Quellen sind nicht abgekochtes Wasser, Eiswürfel, rohes oder halbgares Fleisch, nicht durchgegarter Fisch, Meeresfrüchte, rohe Eier, Mayonnaise, ungeschältes Obst und Salate die mit unsauberem Wasser gewaschen wurden. Auch Buffet Speisen die lange ungekühlt stehen, können ein erhöhtes Risiko darstellen.

Symptome & Verlauf

Die Beschwerden beginnen meist plötzlich und reichen von leichter Magen Darm Unruhe bis zu starkem Durchfall mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Die meisten Erkrankungen dauern nur wenige Tage, einzelne Erreger können aber einen längeren Verlauf verursachen.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind:

häufiger wässriger Stuhlgang mit oder ohne Bauchkrämpfe

Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit, manchmal Erbrechen

leichtes Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl

bei schwereren Verläufen Blut oder Schleim im Stuhl und starke Bauchschmerzen

Flüssigkeitsmangel mit Mundtrockenheit, Schwindel, dunklem Urin und Schwächegefühl

bei bestimmten Erregern länger anhaltender Durchfall über mehr als eine Woche und Gewichtsverlust

In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb von zwei bis drei Tagen. Besonders gefährdet für Komplikationen sind Säuglinge, Kinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei Reisediarrhö ist der Flüssigkeits und Salzersatz. Ziel ist es, Austrocknung zu vermeiden und den Kreislauf stabil zu halten. Je nach Schweregrad können zusätzlich Medikamente zur Linderung der Symptome oder bei bestimmten Bakterien eine gezielte Therapie eingesetzt werden.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind:

reichliche Flüssigkeitszufuhr, zum Beispiel Wasser, Tee und bei Bedarf spezielle Elektrolyt Lösungen

leichte, magen schonende Kost wie Zwieback, Banane, Reis und Suppen, sobald es vertragen wird

gegebenenfalls kurzzeitige Anwendung von Mitteln gegen Durchfall nach ärztlicher Empfehlung, wenn kein hohes Fieber oder Blut im Stuhl besteht

frühzeitiger Arztbesuch bei hohem Fieber, starken Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, ausgeprägtem Flüssigkeitsmangel oder anhaltendem Durchfall über mehrere Tage

bei bestimmten bakteriellen Infektionen gezielte Antibiotika Behandlung nach ärztlicher Diagnose

Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten bei deutlicher Verschlechterung oder Trinkschwäche besonders rasch medizinisch vorgestellt werden.

Schutz & Vorbeugung

Der wirksamste Schutz vor Reisediarrhö und Lebensmittelinfektionen besteht aus konsequenter Trinkwasser und Lebensmittelhygiene. Eine häufig genutzte Merkhilfe lautet essen und trinken nur was gekocht, geschält oder aus sicher verschlossenen Behältnissen stammt. Leitungswasser in Risikogebieten sollte weder getrunken noch zum Zähneputzen verwendet werden. Eiswürfel und Speiseeis unklarer Herkunft sind besser zu meiden.

Rohes Gemüse, frische Salate, nicht durchgegarte Fleischgerichte oder Meeresfrüchte sowie Speisen an Straßenständen mit unklarer Hygiene bergen ein höheres Risiko. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Desinfektionsmittel vor dem Essen und nach jedem Toilettengang ist ein einfacher und wirksamer Schutz. Für Menschen mit empfindlicher Verdauung oder Vorerkrankungen kann eine besonders strenge Auswahl der Speisen sinnvoll sein.

Impfung gegen Reisediarrhö und Lebensmittelinfektionen

Eine allgemeine Impfung gegen Reisediarrhö gibt es nicht. Allerdings stehen Impfungen gegen einzelne Erreger zur Verfügung die bestimmte schwere Formen von Durchfallerkrankungen verhindern können. Dazu gehören Impfungen gegen Cholera, Typhus und Hepatitis A, die insbesondere für Reisen in bestimmte Regionen mit erhöhtem Risiko empfohlen werden können.

Ob eine oder mehrere dieser Impfungen sinnvoll sind hängt vom Reiseziel, der Aufenthaltsdauer, der Art der Reise und dem gesundheitlichen Zustand der reisenden Person ab. In einer reisemedizinischen Beratung wird gemeinsam geprüft welche Impfungen im Einzelfall empfohlen werden und welche Hygienemaßnahmen zusätzlich wichtig sind.

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Wenn starker Durchfall länger als zwei bis drei Tage anhält, hohes Fieber auftritt, Blut im Stuhl zu sehen ist oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel bestehen, sollten Sie möglichst bald ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Manche Studien deuten darauf hin dass bestimmte Probiotika das Risiko für Reisediarrhö geringfügig senken können. Sie ersetzen jedoch keine Hygienemaßnahmen oder gegebenenfalls Impfungen und sollten nur als Ergänzung betrachtet werden.

Solange Durchfall besteht können Erreger über die Toilette und die Hände weitergegeben werden. Gründliches Händewaschen und eigene Handtücher helfen die Ansteckungsgefahr im Haushalt zu verringern.

Wichtig ist ausreichend zu trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder Brühe. Leichte Kost wie Zwieback, Reis, Banane oder Kartoffeln wird meist besser vertragen. Fettige, sehr scharfe oder stark zuckerhaltige Speisen sollten gemieden werden bis sich der Darm erholt hat.

Leichte Beschwerden ohne Fieber sind meist kein Hindernis, solange Sie ausreichend trinken und sich stabil fühlen. Bei starkem Durchfall, Kreislaufproblemen oder Fieber sollten Sie vor dem Flug ärztlichen Rat einholen.