West Nil Fieber

Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Informationen über West Nil Fieber und den Schutz auf Reisen. West Nil Fieber ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion die meist mild verläuft bei einem kleinen Teil der Erkrankten aber zu schweren Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten führen kann. Besonders in warmen Regionen mit vielen Mücken und Feuchtgebieten ist ein guter Schutz vor Stichen wichtig.

Was ist West Nil Fieber?

West Nil Fieber ist eine Infektionskrankheit die durch das West Nil Virus verursacht wird. Das Virus gehört zu den sogenannten Arboviren die durch stechende Insekten übertragen werden. Es befällt vor allem Vögel Mücken fungieren als Überträger auf den Menschen.

Die meisten Infektionen bleiben ohne Symptome. Nur etwa ein Teil der infizierten Personen entwickelt ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Fieber und Gliederschmerzen. Ein sehr kleiner Anteil erkrankt schwer mit Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute was zu neurologischen Ausfällen und in seltenen Fällen zum Tod führen kann.

Vorkommen

Das West Nil Virus ist heute in vielen Regionen der Welt verbreitet. Es kommt in Teilen von Nord und Südamerika Afrika Europa Asien und in einzelnen Gebieten Ozeaniens vor. In Europa werden regelmäßig Fälle vor allem im Mittelmeerraum und in Teilen Mittel und Osteuropas gemeldet. Einzelne Ausbrüche betreffen zum Beispiel Italien Griechenland Rumänien und angrenzende Länder. Auch in Nordamerika ist das Virus seit vielen Jahren fest etabliert.

Erhöhte Risikosituationen sind:

Reisen in Gebiete mit bekannter West Nil Virus Aktivität zum Beispiel nach Italien Griechenland Rumänien oder in angrenzende Mittelmeerländer

Aufenthalte in Regionen mit vielen Mücken und Feuchtgebieten zum Beispiel nahe Flüssen Seen Feuchtwiesen oder Sümpfen

längere Sommeraufenthalte in ländlichen Gebieten in den USA Kanada oder Teilen Süd und Osteuropas

Aktivitäten im Freien in der Mückensaison insbesondere in den Abendstunden und in der Nacht

Arbeitseinsätze im Freien zum Beispiel in Landwirtschaft Naturschutz oder Bauprojekten in betroffenen Regionen

Impfstoff-Serie

Nicht verfügbar

Schutz

Konsequenter Mückenschutz

Risikobereiche

Brasilien Bolivien Indien Sudan Äthiopien

Übertragung

West Nil Fieber wird vor allem durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Die Mücken stechen zunächst infizierte Vögel und nehmen das Virus auf. Beim nächsten Stich können sie das Virus auf Menschen oder andere Säugetiere übertragen. Menschen gelten als sogenannte Sackgasse das heißt sie stecken die Mücken normalerweise nicht weiter an.

Die Übertragung findet in der Regel während der warmen Monate statt wenn Mücken aktiv sind. In seltenen Fällen kann das Virus auch durch Bluttransfusionen Organtransplantationen während der Schwangerschaft oder über Muttermilch weitergegeben werden. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch im Alltag ist jedoch nicht zu erwarten.

Symptome & Verlauf

Viele Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Wenn Symptome auftreten beginnen sie meist drei bis vierzehn Tage nach einem Mückenstich. In den meisten Fällen ähnelt das Krankheitsbild einem grippalen Infekt. Nur ein kleiner Teil der Erkrankten entwickelt schwere neurologische Komplikationen.

Typische Beschwerden und mögliche Verläufe sind:

Fieber Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl

Muskel und Gelenkschmerzen manchmal auch Rückenschmerzen

Müdigkeit und Schwächegefühl das noch länger anhalten kann

gelegentlich Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten

selten schwere Verläufe mit Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten mit Nackensteifigkeit Verwirrtheit Krampfanfällen oder Lähmungen

bei schweren neurologischen Verläufen mögliches Risiko für langfristige Einschränkungen zum Beispiel anhaltende Schwäche Konzentrationsstörungen oder Gehbeschwerden

Die meisten Erkrankungen heilen ohne bleibende Schäden aus. Schwere Verläufe betreffen vor allem ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Behandlung

Für West Nil Fieber gibt es derzeit keine spezifische Virusbehandlung. Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden und die Stabilisierung der Körperfunktionen.

Wichtige Behandlungsmaßnahmen sind:

ausreichende Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung bei milden Verläufen

schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente nach ärztlicher Empfehlung

ärztliche Kontrolle bei anhaltendem Fieber starken Kopfschmerzen oder neu auftretenden neurologischen Beschwerden

stationäre Behandlung mit Überwachung von Atmung Kreislauf und Nervensystem bei schweren Verläufen

rehabilitative Maßnahmen und Nachsorge bei bleibenden neurologischen Einschränkungen zum Beispiel Physiotherapie oder Ergotherapie

Da die Behandlung nur unterstützend ist spielt die Vorbeugung durch konsequenten Mückenschutz eine zentrale Rolle.

Schutz & Vorbeugung

Der wirksamste Schutz vor West Nil Fieber besteht darin Mückenstiche zu vermeiden besonders in Regionen mit bekannter Viruszirkulation und während der Mückensaison. Dazu gehören lange helle Kleidung die Arme und Beine bedeckt Mückenschutzmittel auf der Haut und gegebenenfalls auf der Kleidung sowie das Schlafen in Räumen mit Insektengittern oder Klimaanlage.

Im Außenbereich helfen Mückennetze über Schlafplätzen und das Vermeiden von Aufenthalten im Freien in der Dämmerung und in den frühen Nachtstunden wenn viele Mücken aktiv sind. Stehende Wasseransammlungen in der Umgebung sollten wenn möglich vermieden oder reduziert werden da sie Brutplätze für Mücken darstellen. Für Blut und Organspenderinnen und Spender gelten in vielen Ländern zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen insbesondere nach Aufenthalten in bekannten West Nil Gebieten.

Impfung gegen West Nil Fieber

Für die Allgemeinbevölkerung und für Reisende steht derzeit keine zugelassene Standardimpfung gegen West Nil Fieber zur Verfügung. Es wird zwar intensiv an verschiedenen Impfstoffen geforscht und einzelne Kandidaten werden in Studien geprüft doch eine breite Anwendung in der Routineversorgung ist bislang nicht etabliert.

Für Personen die in betroffenen Regionen leben oder dorthin reisen bedeutet dies dass persönlicher Mückenschutz und die Vermeidung von Aufenthalten in stark mückenreichen Bereichen die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben. Eine reisemedizinische Beratung kann helfen das individuelle Risiko je nach Zielregion Reisedauer und Jahreszeit einzuschätzen.

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Für viele klassische Städtereisen oder Strandurlaube mit klimatisierten Hotels ist das Risiko gering solange ein gewisser Mückenschutz beachtet wird. Höher ist das Risiko bei längeren Aufenthalten im Freien in Feuchtgebieten auf dem Land oder bei Reisen während der Haupt Mückensaison in bekannten Risikoregionen.

Das ist allein anhand der Beschwerden oft nicht möglich. Entscheidend sind Informationen zur Reise zu Mückenstichen und zu bekannten Ausbrüchen in der Region. Bei Fieber und grippalen Symptomen nach einem Aufenthalt in einem West Nil Gebiet sollte ärztlicher Rat eingeholt und auf die Reise hingewiesen werden.

Nach einer überstandenen Infektion bilden die meisten Menschen Antikörper und sind nach heutigem Wissensstand längerfristig gegen erneute Erkrankungen durch den gleichen Virustyp geschützt. Wie lange dieser Schutz genau anhält wird weiter erforscht. Mückenschutz bleibt dennoch sinnvoll.

Bei Beschwerdefreiheit ist ein routinemäßiger Test in der Regel nicht erforderlich. Bei Fieber starken Kopfschmerzen neurologischen Symptomen oder länger anhaltender Müdigkeit nach einer Reise in ein West Nil Gebiet sollte jedoch ärztliche Abklärung erfolgen.

Viele Blutspendedienste haben zeitlich begrenzte Rückstellfristen nach Aufenthalten in Regionen mit West Nil Virus Aktivität. Die genauen Regelungen sind je nach Land unterschiedlich. Vor einer Spende sollten Sie den Reiseort und die Reisedaten angeben damit eine sichere Entscheidung getroffen werden kann.